In der Region Dnipropetrowsk brach ein Skandal aus, nachdem die Regionalrätin Olena Tschirkowa während einer Sitzung des Haushaltsausschusses abfällige Bemerkungen über Kinder mit genetischen Erkrankungen gemacht hatte. Der Vorfall ereignete sich im Rahmen einer Diskussion über die Finanzierung einer medizinischen Einrichtung, die Neugeborenen-Screenings durchführt.
Während einer Videokonferenz erklärte Chirkova in Bezug auf das staatliche Früherkennungsprogramm, dessen Ziel sei es, „damit wir keine Schwachköpfe mehr haben“. Diese Worte verbreiteten sich schnell im Internet und lösten eine heftige Reaktion in der Gesellschaft aus.
Anlass der Diskussion war die Unterfinanzierung des Interregionalen Zentrums für Medizinische Genetik und Pränataldiagnostik in Krywyj Rih. Aufgrund fehlender Ressourcen konnte die Einrichtung zwei Wochen lang keine Neugeborenen-Screenings durchführen, was die rechtzeitige Erkennung schwerer Erbkrankheiten gefährdet.
In diesem Moment versuchte die Abgeordnete, an die Bedeutung des staatlichen Programms zu appellieren, doch die Form ihrer Aussage löste selbst unter Kollegen und in der Ärzteschaft Empörung aus.
Die Reaktion auf den Vorfall ließ nicht lange auf sich warten. Der Verein „Verwaiste Krankheiten der Ukraine“ nannte solche Äußerungen „beschämend“ und „unmenschlich“ und betonte, dass es sich um Kinder handle, die Unterstützung und keine Stigmatisierung bräuchten.
Auch der Ombudsmann Dmytro Lubinets äußerte sich zu dem Vorfall und erklärte, dass die Rechte und die Würde der Kinder verletzt worden seien und dass entsprechende Verfahren eingeleitet worden seien.
Auch die Führung des Regionalrats verurteilte die Äußerungen. Der Vorsitzende des Regionalrats betonte, dass solche Äußerungen inakzeptabel seien und die Menschenwürde verletzten; der Sachverhalt müsse auf Ebene der Ethikkommission der Abgeordneten geprüft werden.
Nach heftiger Kritik entschuldigte sich Chirkova öffentlich und gab zu, unangemessene Worte verwendet zu haben. Sie bedauerte ihre Äußerungen und entschuldigte sich bei den Eltern und Familien, die sie möglicherweise beleidigt hatte.
Gleichzeitig hat der Skandal ein systemisches Problem offengelegt: die unzureichende Finanzierung medizinischer Programme, die das Leben von Neugeborenen unmittelbar beeinflussen. Das Neugeborenen-Screening ermöglicht die Früherkennung zahlreicher genetischer Erkrankungen und kann in vielen Fällen schwerwiegende gesundheitliche Folgen für das Kind verhindern.
Was über die Abgeordnete selbst bekannt ist: Olena Chirkova blickt auf eine lange politische Karriere zurück. Von 2006 bis 2015 war sie Abgeordnete des Regionalrats von Dnipropetrowsk für die Partei der Regionen und arbeitete zudem als Assistentin des Abgeordneten Mychajlo Rasgonjajew. 2020 wurde sie für die Partei der Regionen in den Regionalrat gewählt, wo sie den Bezirk Krywyj Rih vertritt.
Der Skandal um ihre Äußerungen gewinnt weiter an Brisanz. In den sozialen Netzwerken fordern Nutzer nicht nur eine Entschuldigung, sondern auch ihren Rücktritt als Abgeordnete. Experten betonen gleichzeitig, dass es sich um mehr als nur einen Einzelfall handelt und ein grundlegenderes Problem aufwirft: die Kommunikationskultur der Behörden und deren Umgang mit kranken Menschen.

