Das Bezirksgericht Kovel hat den 54-jährigen Stadtrat Yuriy Rudy, der nebenberuflich als Endoskopiker bei einem örtlichen Ärzteverein tätig war, verurteilt. Er wurde für schuldig befunden, während des Kriegsrechts einen Mann illegal ins Ausland gebracht, gefälschte Dokumente verwendet und unbefugt mit Informationen umgegangen zu sein.
Das Gericht stellte fest, dass Jurij Rud im März 2023 zusammen mit zwei Komplizen die Ausreise eines 48-jährigen Bewohners der Oblast Luhansk aus der Ukraine organisierte. Der Abgeordnete nutzte seine offizielle Stellung, um dem Mann die Einberufung zu ersparen: Er stellte gefälschte ärztliche Atteste aus, in denen er Krankheiten vortäuschte. Auf Grundlage dieser Dokumente erklärte ihn die militärmedizinische Kommission für wehrdienstuntauglich.
Die Komplizen verlangten 3.000 Dollar für diese „Dienstleistung“. Nachdem ein Teil dieses Betrags eingegangen war, wurden alle an dem Komplott Beteiligten festgenommen.
Vor Gericht gab Jurij Rud die Fälschung des ärztlichen Attests zu, bestritt jedoch, dem Flüchtigen bei der illegalen Ausreise helfen zu wollen. Seinen Angaben zufolge sei er von einem Bekannten aus Luhansk angesprochen worden, der Angst vor einer Endoskopie hatte. Daraufhin habe er das Attest ausgestellt, ohne die Untersuchung tatsächlich durchzuführen. Rud betonte, für das Attest kein Geld verlangt zu haben.
Richter Andriy Chaly befand Rudy nach mehreren Artikeln des ukrainischen Strafgesetzbuches für schuldig und verurteilte ihn zu sieben Jahren Haft und der Einziehung seines gesamten Vermögens. Zudem wurde ihm die Approbation für zwei Jahre entzogen. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.
Yuriy Rud arbeitet seit 1996 in der medizinischen Einrichtung Kovel. Er wurde erstmals 2015 in den Stadtrat gewählt und 2020 als Abgeordneter der Partei Batkivshchyna wiedergewählt.

