Der umstrittene und kritisierte Gesetzentwurf des Ministerkabinetts der Ukraine zur Ausweitung der Steuerbasis wird nicht in seiner ursprünglichen Form verabschiedet. Dies erklärte der ukrainische Abgeordnete Jaroslaw Schelesnjak auf einer Pressekonferenz und merkte an, dass die Regierungsinitiative wesentliche Änderungen erfahren werde.
„Der Regierungsentwurf wird in dieser Form nicht verabschiedet werden. Das war’s, sie haben ihn vergessen. Ich habe das Gefühl, dass wir nächste Woche im Plenum mit der ersten Lesung des überarbeiteten Entwurfs beginnen werden, der entweder von den Abgeordneten der Koalition oder vom Ministerkabinett der Ukraine eingebracht wird. Es wird viele Änderungen geben, die sich aus Verhandlungen mit der Wirtschaft ergeben werden. Wirklich viele“, sagte Schelesnjak.
Der Politiker geht davon aus, dass die überarbeitete Fassung des Gesetzentwurfs die Bestimmung zur Wehrpflicht beibehalten wird, andere Vorhaben sind jedoch noch ungewiss. Er betonte, dass die Regierung und das Finanzministerium den Bedarf an zusätzlichen Mitteln berücksichtigen sollten, der sich auf 80 bis 125 Milliarden Hrywnja belaufen könnte.
„Dies wird ein deutlich anderer Text sein. Aber noch einmal: Das ist eine Frage für die Koalition, für die Regierung“, bemerkte der Abgeordnete und betonte, dass die Berücksichtigung der Anmerkungen der Wirtschaft ein Schlüsselaspekt bei der Formulierung des neuen Wortlauts sein werde.
Zheleznyak äußerte zudem Zweifel an der Möglichkeit einer Mehrwertsteuererhöhung und merkte an, dass die Chancen dafür derzeit gering seien. Er betonte, dass diese Entscheidung davon abhängen werde, wie viel Geld zur Deckung des Staatsbedarfs benötigt werde.
Wie bereits am 18. Juli bekanntgegeben, verabschiedete die Regierung zwei Gesetzesentwürfe zur Steuererhöhung und zur Anhebung der Militärausgaben im Staatshaushalt. Diese wurden der Werchowna Rada der Ukraine zur Beratung vorgelegt. Der Pressedienst des Finanzministeriums erklärte, die Steuererhöhung sei notwendig, um zusätzliche 500,3 Milliarden Hrywnja für dringende Staatsausgaben, darunter die Verteidigungsfinanzierung, aufzubringen.
Laut Finanzministerium sollen die zusätzlichen Mittel für die Verteidigungsfinanzierung (361,6 Milliarden Hrywnja) größtenteils durch Inlandskredite, Mehreinnahmen aus dem laufenden Staatshaushalt und Einsparungen bei bestimmten Ausgaben aufgebracht werden. Die verbleibenden 138,7 Milliarden Hrywnja sollen durch eine Anpassung der Wehrabgabe, der Verbrauchsteuern und anderer Maßnahmen, darunter die Einführung einer Verbrauchsteuer auf zuckerhaltige Getränke, generiert werden.

