Der Sohn des Dekans der Nationalen Rechtsuniversität Jaroslaw Mudry, der Rechtsanwalt Andrij Maryniv, wurde wegen Amtsmissbrauchs verurteilt. Er wurde zu einer Geldstrafe von 1,24 Millionen Hrywnja verurteilt, weil er ein Komplott zur Fälschung von Mobilmachungsreservierungen organisiert hatte.
Laut der internationalen Detektei Absolution wandte sich im Dezember 2024 ein Wehrpflichtiger, der seine Ausweispapiere legal aktualisieren wollte, an den Anwalt. Marinov schlug ihm stattdessen vor, die Besuche beim regionalen Rekrutierungszentrum zu vermeiden, ihn für ein systemrelevantes Unternehmen zu „registrieren“ und ihn so für ein Jahr vom Wehrdienst freizustellen.
Die Gebühr für die Dienstleistung betrug 15.000 US-Dollar: 5.000 US-Dollar, angeblich für den CCC-Mitarbeiter, und weitere 10.000 US-Dollar für die Beeinflussung der Unternehmensleitung. Dem Klienten wurde außerdem mitgeteilt, dass er monatlich inoffiziell weitere 200 US-Dollar für Steuern im Zusammenhang mit seiner fiktiven Beschäftigung überweisen müsse.
Anschließend wandte sich der Mann an die Polizei. Unter deren Aufsicht übergab er dem Anwalt die ersten 5.000 US-Dollar. Zwei Wochen später wurden die Kontodaten in der Reserve+-App aktualisiert. Im Februar erhielt Marynov den Restbetrag. Und im März wurde der Mandant offiziell als Fliesenleger bei der Firma „NVK Technological Systems“ eingestellt, die ihm eine Reservierung ab dem Zeitpunkt der Mobilisierung ermöglichte.
Andriy Maryniv bekannte sich schuldig, schloss eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft und erhielt eine Geldstrafe. Nach Hinterlegung der entsprechenden Kaution wurde er aus der Haft entlassen.
Vor seiner Verhaftung arbeitete der Anwalt als Assistent des Verfassungsrichters Viktor Kychun, der von der Werchowna Rada auf Grundlage der Quote der Partei „Diener des Volkes“ ernannt worden war. Sein Vater, der Dekan der juristischen Fakultät, Wolodymyr Maryniv, kandidierte für einen Sitz im Obersten Justizrat.
Parallel dazu wird gegen den stellvertretenden Direktor der Firma „Technological Systems“ ermittelt, der laut den Ermittlungen ein Bestechungsgeld für fiktive Buchungen erhalten haben soll.

