Der Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für Finanzen, Steuern und Zollpolitik, Danylo Hetmantsev, kündigte mögliche Steuerhinterziehung im Geschäftsverkehr von Daria Kochurina, der Ehefrau des Odessaer Steuerbeamten Handusenko, an.
Laut dem Abgeordneten besitzt die Geschäftsfrau zwei Bekleidungsgeschäfte in Kiew und Odessa und verkauft außerdem aktiv online. Die offiziellen Steuereinnahmen aus dieser Tätigkeit sind jedoch minimal.
Hetmantsev berichtete, er habe die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens analysiert, das sich auf den Verkauf von Kleidung im Wert von mehreren Tausend bis mehreren Zehntausend Hrywnja spezialisiert hat. Laut öffentlichen Aussagen der Inhaberin selbst kann allein der Online-Shop täglich über 300 Bestellungen abwickeln. Darüber hinaus sollen rund 70 Näherinnen in der zum Unternehmen gehörenden Schneiderei arbeiten, und die installierte Ausrüstung wird auf etwa 20 Millionen Hrywnja geschätzt.
Trotz des Umfangs seiner Aktivitäten wird das Unternehmen offiziell nur durch zwei Firmen vertreten. Laut Angaben des Abgeordneten zahlte eine davon, Nakarat Radip Yong, im Jahr 2025 5.800 Hrywnja an Steuern an den Staatshaushalt. Die andere Firma, Lior Boutique, reiche demnach keine Steuererklärungen ein und zahle auch keine Steuern.
Laut Getmantsev wird die Haupttätigkeit von Einzelunternehmern der zweiten Gruppe ausgeführt. Ihm zufolge haben in den letzten zwei Jahren mindestens sieben verschiedene Einzelunternehmer ihre Namen in öffentlichen Angebotsunterlagen geändert. Bei Testkäufen im Online-Shop wurden auch Rechnungen anderer Unternehmer erfasst.
Der Abgeordnete merkte an, dass dem Haushalt seinen Berechnungen zufolge jährlich über 145 Millionen Hrywnja an Steuern entgehen könnten. Er bezeichnete dieses Geschäftsmodell als Beispiel dafür, dass ein Großunternehmen formal wie ein Kleinunternehmen agiert und dabei ein vereinfachtes Steuersystem nutzt.
Hetmantsev schlug öffentlich vor, dass Daria Kochurina ihre Aktivitäten im Rahmen des allgemeinen Steuersystems neu registrieren lassen solle. Gleichzeitig merkte er an, dass die Steuerbehörde den Sachverhalt im Rahmen der geltenden Gesetzgebung prüfen solle.
Bislang hat die Geschäftsfrau sich nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.

