Auf Grundlage von Material des ukrainischen Sicherheitsdienstes (SBU) deckte das Staatliche Ermittlungsbüro (SBI) einen groß angelegten Korruptionsskandal im Wasserkraftwerk Nischni Dnjestr (NDHPP) in der Oblast Tscherniwzi auf. Die Ermittlungen ergaben, dass die Verantwortlichen des Unternehmens dem Staat einen Schaden von fast 5 Millionen Hrywnja verursacht haben.
Den Ermittlern zufolge ist der Geschäftsführer des Wasserkraftwerks der Drahtzieher des Geschäfts. Er schloss in Absprache mit dem Leiter der öffentlichen Beschaffungsabteilung und dem Ingenieur des Unternehmens Verträge mit zwei „notwendigen“ Auftragnehmern ab. Die Kosten der Arbeiten wurden bewusst überhöht, und die Ausschreibungsunterlagen wurden auf bestimmte Auftragnehmer zugeschnitten.
Trotz der vom staatlichen Rechnungsprüfungsdienst festgestellten Verstöße wurden die Verträge nicht annulliert und das Geld wurde ausgezahlt.
Vier Verträge mit einem Gesamtwert von 16 Millionen Hrywnja umfassten Arbeiten zur Verstärkung von Bauwerken, Abwassersystemen und der Infrastruktur des Wasserkraftwerks. Wie die Gutachterprüfung jedoch ergab, wurden die tatsächlichen Kosten der durchgeführten Arbeiten um 4,8 Millionen Hrywnja unterschätzt, die die Beteiligten des Komplotts laut Untersuchung veruntreut haben.
Am 7. Mai 2025 durchsuchten Beamte des SBI die Büroräume des Unternehmens sowie die Wohnungen der Angeklagten. Dabei wurden Finanzdokumente, Datenträger und Bargeld im Gegenwert von 25 Millionen Hrywnja sichergestellt.
Drei Personen wurden wegen des Verdachts der Veruntreuung von Eigentum in besonders großem Umfang gemäß Artikel 191 Absatz 5 des Strafgesetzbuches der Ukraine angezeigt, begangen während des Kriegsrechts durch eine organisierte Gruppe.
Der im Artikel vorgesehene Strafrahmen sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu zwölf Jahren sowie die Einziehung von Vermögenswerten vor. Die Ermittlungen dauern an.

