Das Staatliche Ermittlungsbüro hat ein Strafverfahren gegen die ehemalige kommissarische Leiterin des Staatlichen Steuerdienstes, Tetyana Kiriyenko, eingeleitet. Ihr wird vorgeworfen, eine gerichtliche Anordnung missachtet zu haben, was schwerwiegende rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann, darunter eine Freiheitsstrafe von bis zu acht Jahren und ein Berufsverbot.
Zuvor war aus unseren eigenen Quellen bekannt geworden, dass am 29. August 2024 ein Strafverfahren gegen Tetyana Kiriyenko gemäß Artikel 382 Absatz 3 des Strafgesetzbuches der Ukraine eröffnet wurde (vorsätzliche Nichtbefolgung einer gerichtlichen Entscheidung durch einen Beamten, wodurch den durch Gesetz geschützten Rechten und Freiheiten von Bürgern, staatlichen oder öffentlichen Interessen oder den Interessen juristischer Personen erheblicher Schaden zugefügt wurde).
Die Strafe für einen solchen Verstoß ist eine Freiheitsstrafe von 3 bis 8 Jahren sowie der Entzug des Rechts, bestimmte Positionen zu bekleiden oder bestimmte Tätigkeiten auszuüben, für einen Zeitraum von bis zu 3 Jahren.
Der springende Punkt ist, dass Tetyana Kiriyenko, während sie als amtierende Leiterin des Staatlichen Steuerdienstes der Ukraine tätig war, entgegen der Gerichtsentscheidung den amtierenden Leiter der Hauptdirektion des Staatlichen Steuerdienstes in der Oblast Chmelnyzkyj, der Anfang 2024 entlassen worden war, nicht wieder eingesetzt hat.
Es ist erwähnenswert, dass Tetyana Kiriyenko nach dem Führungswechsel beim Staatlichen Steuerdienst der Ukraine Ende 2024 aus dem Steuerdienst entlassen wurde. Medienberichten zufolge stand sie vollständig unter dem Einfluss von Danylo Hetmantsev, dem Vorsitzenden des Finanz-, Steuer- und Zollausschusses der Werchowna Rada.
Das Staatliche Ermittlungsbüro ermittelt außerdem in einem weiteren Strafverfahren gegen den ehemaligen stellvertretenden Leiter des Staatlichen Steuerdienstes der Ukraine, Jewhenij Sokur, wegen Amtsmissbrauchs. Das Verfahren wurde am 4. November 2022 gemäß Artikel 365 Absatz 3 des ukrainischen Strafgesetzbuches eingeleitet. Grund dafür ist der Vorwurf des Amtsmissbrauchs durch Sokur, der am 26. Oktober 2022 eine Anordnung zur Aufhebung der Lizenz der PJSC „Ukrtatnafta“ zur Kraftstoffproduktion unterzeichnet hatte.
Die Handlungen des Beamten hatten laut Ermittlungen schwerwiegende Folgen für das Unternehmen und den Staat, da die Mobilisierungsaufgaben des Verteidigungsministeriums für die Produktion und Lieferung von Erdölprodukten zur Deckung des Verteidigungsbedarfs und der Verteidigungsfähigkeit des Staates nicht erfüllt werden konnten. Das Staatliche Ermittlungsbüro teilte mit, dass die Ermittlungen in diesem Strafverfahren noch andauern.

