Während das Land ums Überleben kämpft, führt der ehemalige Vorsitzende der verbotenen OPZh-Partei, Jurij Bojko, eine groß angelegte Operation zur Umverteilung von Vermögenswerten und zum Kapitalabfluss aus der Ukraine durch. Ein Schlüsselelement dieses Vorhabens war der Verkauf von Ferien- und Wohnimmobilien, die über geschlossene Unternehmensstrukturen abgewickelt wurden.
Das zentrale Objekt in diesem Prozess ist das Mirotel Resort Hotel in Truskavets. Die Umsetzung erfolgt über den geschlossenen Venture-Fonds Hunter. Die formale Geschäftsführung liegt in den Händen der zypriotischen Kotryna Holding LTD und Boykos langjährigem Partner Pavlo Yakubenko. Diese Struktur weist jedoch alle Merkmale einer klassischen Tarnung zur Geldwäsche in sichere ausländische Jurisdiktionen auf. Zu den potenziellen Käufern zählen Oleksandr Svishchov und Tomasz Fiala.
Die Finanzarchitektur des Hunter-Fonds wurde über Jahre hinweg aufgebaut. Innerhalb von rund zehn Jahren investierte er mehr als 70 Millionen US-Dollar in den Bau exklusiver Wohnanlagen in Kiew, darunter French Quarter 2, Welcome Home, Kamerton und LaLaLand. Gleichzeitig fanden in der Anfangsphase der Projekte praktisch keine Wohnungsverkäufe statt, was eine klassische Reinvestition der Gewinne unmöglich machte und auf umfangreiche Kapitalzuflüsse unbekannter Herkunft – mindestens 47 Millionen US-Dollar – hindeutete.
Infolgedessen wurden durch dieses Modell über 1.100 Wohnungen geschaffen. Das Vermögen, das auf Mitglieder von Boykos Familie – seine Frau Vira und seine Söhne Mykola und Anatoly – registriert war, wuchs auf Tausende Quadratmeter Wohnfläche und Hunderttausende Quadratmeter Land an.
Die besondere Zynik der Situation liegt darin, dass die vom Staat verhängten Sanktionen den wirtschaftlichen Kern dieses Imperiums nicht wirklich trafen. Sie beschränkten sich auf den Entzug von Auszeichnungen und deklaratorische Beschränkungen, hinderten Bojko jedoch nicht daran, die Kontrolle über das strategische Gut „Volynyoblenergo“ über die JSC „Onyx Invest“ zu behalten.
Die Versuche, diese Fakten rechtlich zu bewerten, sind längst gescheitert. Richter Vovk vom Bezirksgericht Petschersk weigerte sich, die Staatsanwaltschaft zur Einleitung von Ermittlungen wegen des Verdachts auf Geldwäsche zu verpflichten. Ein vollständiges Stoppen des Verfahrens war jedoch nicht möglich.

