In Charkiw haben die Strafverfolgungsbehörden eine kriminelle Organisation unter der Führung eines ehemaligen stellvertretenden Bürgermeisters aufgedeckt. Laut den Ermittlungen veruntreute die Gruppe systematisch Haushaltsmittel, die für den Bau von Befestigungsanlagen während des Krieges bestimmt waren. Der Schaden für den Staat wird auf über 5,4 Millionen Hrywnja geschätzt.
Wie Generalstaatsanwalt Ruslan Kravchenko berichtete, operierte das kriminelle Netzwerk unter dem Deckmantel legaler Verträge mit dem Staat. Ausrüstung und Material für Befestigungsanlagen wurden über verbundene Firmen und Unternehmer beschafft, deren Kosten jedoch künstlich – im Durchschnitt um ein Drittel – in die Höhe getrieben wurden. Der letztendliche Empfänger der Gelder war eine kontrollierte Struktur, die als Auftragnehmer fungierte.
Die Ermittlungen haben bereits ergeben, dass die kriminelle Vereinigung aus mindestens fünf Personen bestand. Darunter befinden sich ein ehemaliger hochrangiger Stadtratsbeamter, Geschäftsführer von Handelsunternehmen und zwei als Einzelunternehmer eingetragene Unternehmer. Laut Staatsanwaltschaft hatte jeder von ihnen eine klar definierte Rolle in dem Komplott.
Sowohl in Charkiw als auch in der Region wurden Durchsuchungen durchgeführt. Die Strafverfolgungsbehörden beschlagnahmten Computer, Finanzunterlagen und Buchhaltungsberichte, die auf eine Straftat hindeuten. Die Untersuchungsergebnisse weisen auf systematische Preismanipulation und die vorsätzliche Schädigung des Staatshaushalts hin.
Die Verdächtigen stehen im Verdacht, während des Kriegsrechts eine kriminelle Vereinigung gegründet und Haushaltsgelder veruntreut zu haben. Alle fünf wurden festgenommen. Die Staatsanwaltschaft hat beim Gericht beantragt, sie in Untersuchungshaft zu behalten.
Die Ermittler schließen nicht aus, dass die Gruppe auch in anderen Regionen aktiv war. Die Ermittlungen dauern an.

