Der Oberste Antikorruptionsgerichtshof (OSG) hat im Korruptionsfall um den Kiewer Stadtratsabgeordneten Wladyslaw Trubitsyn ein Urteil gefällt. Das Gericht bestätigte eine zwischen Dmytro Kowaltschuk, dem ehemaligen stellvertretenden Direktor des Kiewer Versorgungsunternehmens Heritage, und der Staatsanwaltschaft getroffene Vereinbarung.
Das Urteil sieht eine sechsjährige Haftstrafe und ein dreijähriges Verbot der Bekleidung staatlicher und kommunaler Ämter vor. Kovalchuk erhielt jedoch umgehend eine einjährige Bewährungszeit, wodurch er faktisch von der Haftstrafe befreit ist. Zudem wurden zwei Grundstücke in Boryspil (Region Kiew) eingezogen.
Gemäß den Vertragsbedingungen verpflichtete sich Kovalchuk zur Überweisung von 1,3 Millionen UAH für die Bedürfnisse der ukrainischen Streitkräfte. Ein Teil dieses Betrags – 893.000 UAH – wurde bereits vom Gericht aus der während des Verfahrens gezahlten Kaution an die Armee überwiesen.
Dieser Fall entwickelte sich zu einem der aufsehenerregendsten Korruptionsfälle in Kiew. Laut den Ermittlungen organisierte der Kiewer Stadtratsabgeordnete Wladyslaw Trubitsyn ein System, durch das er von Unternehmern Bestechungsgelder für die Platzierung kleiner architektonischer Elemente (MAFs) annahm. In den kriminellen Mechanismus waren Beamte von Versorgungsunternehmen und Personen aus dem Umfeld des Abgeordneten verwickelt.
Im Februar 2022 nahmen NABU und SAPO Kovalchuk und weitere Verdächtige fest, als diese erneut Bestechungsgelder annahmen. Trubitsyn konnte der Verhaftung entgehen und floh schließlich ins Ausland, während er seine Komplizen in Kiew zurückließ.
Der ehemalige Kiewer Stadtratsabgeordnete wird derzeit gesucht, seine Rückkehr in die Ukraine ist jedoch ungewiss. Erfahrungsgemäß stellen selbst laufende Strafverfahren und Korruptionsvorwürfe nicht immer ein Hindernis für diejenigen dar, die das Land rechtzeitig verlassen.

