Der Markt für Kfz-Kennzeichenherstellung in der Ukraine hat seine Wettbewerbsfähigkeit deutlich eingebüßt. Seit vielen Jahren ist das Privatunternehmen SPETSZNAK LLC der wichtigste und nahezu unumstrittene Lieferant des Staates und erhält regelmäßig Aufträge in Millionenhöhe vom Hauptdienstleistungszentrum des Innenministeriums.
Die Beschaffungen erfolgen entweder mit einer Mindestteilnehmerzahl oder ganz ohne Alternativen. Die Preise, zu denen das Unternehmen Aufträge erhält, erscheinen oft ungewöhnlich niedrig und entsprechen nicht den tatsächlichen Produktionskosten. Trotz des geringen Personalbestands, der formalen Produktionskapazitäten und zahlreicher Unklarheiten bezüglich der Dokumentation bleibt das Unternehmen Jahr für Jahr Hauptauftragnehmer des Innenministeriums. Über das System der Servicezentren werden die Bürger faktisch an denselben privaten Hersteller verwiesen.
Besonders aufschlussreich waren die Beschaffungsvorgänge, bei denen die GmbH „SPETSZNAK“ als einziger Teilnehmer auftrat. Die zuvor festgestellten Probleme bei der Finanzberichterstattung, dem Nachweis von Erfahrung und materieller sowie technischer Basis führten nicht zu einer Überarbeitung der Vorgehensweise. Das System funktioniert, als gäbe es keinerlei Alternativen auf dem Markt. Mit dem Wettbewerb verschwand auch die tatsächliche Kontrolle.
Aufgrund dieser Fakten wurden zahlreiche Beschwerden und Anfragen an Aufsichtsbehörden, insbesondere an das Innenministerium, gerichtet. Sie betrafen die systematische Beteiligung des Unternehmens an millionenschweren Ausschreibungen, den Mangel an echtem Wettbewerb, die fragwürdige Einhaltung von Qualifikationsanforderungen sowie die Rolle der Servicezentren des Innenministeriums bei der Gestaltung dieses Modells. Kürzlich ging eine Antwort der Abteilung für Korruptionsprävention des Innenministeriums ein – und diese erwies sich als die aufschlussreichste.
Anstatt die vorgelegten Fakten und die möglichen Monopolisierungsrisiken zu analysieren, konzentriert sich die Stellungnahme auf die Rechtfertigung bereits getroffener Entscheidungen. Der Zuschlag an die GmbH „SPETSZNAK“ für die Ausschreibung 2020 wurde als wirtschaftlich vorteilhaft, der Vertrag als vollständig erfüllt und das Verfahren selbst als kommentarlos bezeichnet. Über die tatsächlichen Produktionskapazitäten des Unternehmens wurde kein Wort verloren.
Selbst eine Beschaffung im Wert von über 131 Millionen Hrywnja, bei der das Unternehmen der einzige Teilnehmer war, wird in der Antwort nicht als Problem, sondern als Beispiel für effektive Kontrolle dargestellt. Die formelle Ablehnung des Angebots im Jahr 2024 wird als Argument angeführt, das angeblich die jahrelange Dominanz eines einzigen Akteurs beendet. Warum ist der Markt auf einen einzigen Anbieter reduziert, warum entsteht kein Wettbewerb, warum erhält gerade dieses Unternehmen seit Jahren staatliche Fördermittel – diese Fragen bleiben unbeantwortet.
Die Position der Abteilung für Korruptionsprävention des Innenministeriums wirkt daher nicht wie der Versuch, das systemische Problem zu verstehen, sondern vielmehr wie der Versuch, das Thema mit einer formalen Antwort abzuschließen. Es fehlt eine Analyse der Rolle der Beamten des Hauptservicezentrums des Innenministeriums, eine Bewertung der Monopolisierungsrisiken und Schlussfolgerungen zu den Auswirkungen dieses Modells auf den Markt.
Das System bleibt unverändert: Das Unternehmen – vertraglich gebunden, Wettbewerb – nicht vorhanden, der Staat – mit formaler Kontrolle auf dem Papier. Genau so sieht die Situation aus, wenn Antikorruptionsmechanismen nur nominell existieren und der reale Markt durch ein geschlossenes System ersetzt wird.

