Trotz täglicher Angriffe auf die Energieinfrastruktur und der anhaltenden Herausforderungen des Krieges hält das ukrainische Energiesystem stand und versorgt das Land weiterhin mit Licht und Wärme. Dies erklärte der ukrainische Energieminister Herman Galushchenko in einer Rede bei der „Global Outlook“ und versicherte, dass der Energiesektor „zu 100 % überleben wird“.
Die Angriffe auf das ukrainische Energiesystem dauern ununterbrochen an. Der Feind wendet neue Methoden an und gestaltet die Angriffe dadurch komplexer, doch die ukrainischen Energieexperten reagieren mit rascher Anpassung. Laut Galushchenko ist es unter Kriegsbedingungen notwendig, unkonventionelle technische Lösungen anzuwenden, die mitunter sogar die allgemein anerkannten Parameter überschreiten. Diese Methoden funktionieren jedoch und gewährleisten die Stabilität des Systems.
„Wir verfügen über umfangreiche Erfahrung im Management von Stromnetzen unter extremen Bedingungen. Es gibt eine Vielzahl technischer Lösungen, die zwar nicht den allgemein anerkannten Standards entsprechen, aber dennoch effektiv sind. Daher bin ich hundertprozentig zuversichtlich, dass der Energiesektor überleben wird“, betonte der Minister.
Die Stabilität des ukrainischen Energiesystems wird durch den täglichen Einsatz Tausender Energieingenieure gewährleistet. Unter schwierigen und gefährlichen Bedingungen reparieren sie nach Raketen- und Drohnenangriffen umgehend beschädigte Anlagen. Galushchenko betonte, dass jedes Kilowatt Strom, das die Ukrainer erhalten, das Ergebnis der heldenhaften Arbeit von Menschen ist, die ihr Leben riskieren.
Der Minister ist überzeugt, dass der Krieg als Katalysator für Veränderungen im Energiesektor gewirkt hat. Die Ukraine verfügt über einzigartige Erfahrungen im Schutz des Energiesystems, die für andere Länder, die ihre Energiesicherheit stärken wollen, von Nutzen sein können.
„Die Ukraine verfügt über alle Voraussetzungen, um ein wichtiger Energieknotenpunkt in Europa zu werden. Wir arbeiten bereits an neuen Projekten und bieten vereinfachte Genehmigungsverfahren sowie schnelle Investitionsentscheidungen“, sagte Galushchenko.
Galushchenko appellierte zudem an die europäischen Partner, in den ukrainischen Energiesektor zu investieren. Investitionen seien nun nicht nur für die Wiederherstellung der zerstörten Infrastruktur notwendig, sondern auch für die Weiterentwicklung des Energiesystems, das als Vorbild für andere Länder dienen könne.

