Der ehemalige Leiter der BEB-Ermittler wurde trotz Skandalen zur Nationalpolizei versetzt

Der Journalist Serhij Ljamets hat die Aktivitäten von Oleksandr Tkatschuk, dem ehemaligen Leiter der Kriminalpolizei des Büros für Wirtschaftssicherheit (BEB), detailliert analysiert. Die Veröffentlichung erwähnt zahlreiche aufsehenerregende Skandale, milliardenschwere Korruptionsfälle, gefälschte Zigaretten und seine neue Ernennung zur Nationalpolizei.

Lyamets betont, dass Tkachuks Aktivitäten bei BEB sehr aufschlussreich waren: Er soll im Hafengebiet von Odessa Geld erpresst und dazu beigetragen haben, den Skandal um die Tabakfabrik in Wynnyki zu vertuschen. Laut dem Journalisten könnte sich das Ausmaß der Missbräuche auf mehrere zehn Milliarden Hrywnja belaufen.

Obwohl Tkachuk aus dem BEB entlassen wurde, erhielt er eine neue hohe Position bei der Nationalpolizei. Lyamets merkt an, dass Tkachuk zuvor die Leitung des BEB hätte übernehmen können, doch Skandale um seinen Besitz, darunter Wohnungen in Österreich und in einem Nobelviertel von Kiew, verhinderten dies.

Getreideprogramme in Odessa

Einer der aufsehenerregenden Fälle betraf Getreidehandel in Odessa. Im Oktober 2024 durchsuchte das Staatliche Ermittlungsbüro (SBI) die Leitung der Odessaer Zentralbank (BEB) wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung durch Getreidehändler. Der potenzielle Missbrauch wurde auf 10 Milliarden Hrywnja geschätzt, das Siebenfache des Jahresbudgets der BEB.

Laut dem Journalisten handelten die BEB-Ermittler „nach Gefühl“, ohne offizielle Grundlage seitens der Steuer- oder Zollbehörden, und zwangen Unternehmer, „Tribut“ zu zahlen, um Geldstrafen und Schiffsstillstände zu vermeiden.

Fälschungen und die Fabrik in Vynnyky

Ein weiterer aufsehenerregender Vorfall war die Behinderung der Ermittlungen gegen die Tabakfabrik in Wynnyki, die im Verdacht stand, gefälschte Zigaretten herzustellen. Laut Lyamets und anderen Quellen versuchte Tkatschuk, die Ermittlungen zu vertuschen, um Beweise zu verbergen und die Interessen der Fabrikbesitzer zu sichern.

Der Volksabgeordnete Yaroslav Zheleznyak bestätigte, dass die BEB die aktiven Maßnahmen gegen das Werk tatsächlich eingestellt habe und dass sie versuchten, die Expertise und die Beweise zusammenzuführen.

Toxischer Profi bei der Nationalpolizei

Der Journalist merkt ironisch an, dass Tkachuks Ernennung zum Chef der Nationalpolizei ihm ein noch größeres Instrument der Einflussnahme verschafft: „Die Polizei ist die mächtigste Strafverfolgungsbehörde mit einem riesigen Budget und enormen Fähigkeiten. Selbst der SBU wirkt im Vergleich zu den Möglichkeiten, Druck auf die Wirtschaft auszuüben, wie ein Kinderspiel.“.

Lyamets äußert die Besorgnis, dass andere ehemalige Mitarbeiter der BEB, wie etwa Oleg Yashchuk, dem Beispiel von Tkachuk folgen könnten, und fordert, die Ernennung von Personen mit zweifelhaftem Ruf zu Schlüsselpositionen zu verhindern.

Die Analysten von StopKor bereiten eigenes Material über die Tabakfabrik in Wynnyki vor und rufen die Öffentlichkeit dazu auf, mögliche Fälle von Missbrauch über die offiziellen Kanäle der Organisation zu melden.

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