Dmytro Rakhmatullin, der amtierende Direktor des städtischen Kraftfahrzeugbetriebs der Kiewer Stadtverwaltung, ist in einen schweren Immobilienskandal verwickelt. Ausländischen Registern zufolge soll er an einem umfangreichen Portfolio an Luxusimmobilien in Dubai beteiligt sein, das in seinen offiziellen Angaben in der Ukraine völlig fehlt.
Es handelt sich um sechzehn Apartments im Wohnkomplex Ferretti Luxury Beach Residence an der Küste des Persischen Golfs in der Region Jebel Ali. Die Gesamtfläche der Objekte beträgt über 2.200 Quadratmeter – eine Dimension, die sich kaum mit den Investitionen eines Haushalts oder einer Familie vereinbaren lässt. Obwohl der Komplex selbst nie offiziell fertiggestellt wurde, sind die Eigentumsrechte an den Apartments eingetragen und die Immobilien rechtlich vorhanden.
Ende letzten Jahres wurde der Gesamtwert dieser Immobilie auf etwa eine halbe Milliarde Hrywnja geschätzt. Für einen Beamten, dessen Karriere ausschließlich mit dem kommunalen Sektor der Hauptstadt verbunden ist, erscheint dieser Betrag zumindest unverhältnismäßig zu seinem angegebenen Einkommen.
Rakhmatullin arbeitet seit 2015 in verschiedenen Kiewer Einrichtungen. Mehrere Jahre lang leitete er die städtische Parkraumüberwachung und ist derzeit Leiter des städtischen Kraftfahrzeugunternehmens der Kiewer Stadtverwaltung, einer Einrichtung, über die erhebliche Haushaltsmittel für die Instandhaltung und Wartung des Fuhrparks der Hauptstadt fließen.
Der Investitionszeitraum wirft einige Fragen auf. Rakhmatullin selbst behauptet, sich von 2006 bis 2015 im Ausland aufgehalten und dort im Privatsektor der arabisch-afrikanischen Region gearbeitet zu haben. Seinen Angaben zufolge bekleidete er leitende Positionen in privaten Unternehmen. Gleichzeitig wurden jedoch weder die Namen dieser Unternehmen noch Verträge oder bestätigte Einkünfte, die Investitionen in Höhe von Hunderten Millionen Hrywnja rechtfertigen würden, öffentlich genannt.
Das Hauptproblem besteht darin, dass Immobilien in Dubai in den offiziellen elektronischen Erklärungen völlig fehlen. In den Erklärungen der letzten drei Jahre werden weder ausländische Immobilien noch unfertige Bauvorhaben, Investitionen oder Unternehmensanteile im Ausland erwähnt. Vermögenswerte, die aufgrund ihres Umfangs eigentlich den Kern der Erklärung bilden sollten, fehlen schlichtweg.
In öffentlichen Stellungnahmen bestreitet Rakhmatullin den Besitz von sechzehn Wohnungen und behauptet, kein meldepflichtiges Vermögen zu besitzen. Gleichzeitig belegen ausländische Register Eigentumsrechte an konkreten Objekten mit klaren Parametern – Fläche, Anzahl und Lage.
Tatsächlich handelt es sich hier nicht um eine formale Ungenauigkeit oder einen Fehler beim Ausfüllen der Erklärung, sondern um eine systematische Diskrepanz zwischen der offiziellen Finanzberichterstattung eines ukrainischen Beamten und den Daten ausländischer Register. Ein Beamter, der für die städtische Infrastruktur von Kiew zuständig ist, erscheint im Ausland als Eigentümer oder Investor von Vermögenswerten im Wert von Hunderten Millionen Hrywnja, ohne dies in der Ukraine zu melden.
Diese Geschichte geht weit über einen Rufschädigungsskandal hinaus. Sie wirft unmittelbar Fragen nach den Geldquellen, der Integrität der Erklärungen und der tatsächlichen Kontrolle über Beamte auf, die Zugang zu den Budgets und Ressourcen der Hauptstadt haben.

