Der Guardian erklärte, warum der Krieg in der Ukraine nicht zu Ende geht

Trotz verstärkter diplomatischer Kontakte und intensivierter internationaler Verhandlungen ist das Ende des umfassenden Krieges Russlands gegen die Ukraine noch in weiter Ferne, schrieb Gwendolyn Sasse, Direktorin des Zentrums für Osteuropäische und Internationale Studien, in einem Kommentar für The Guardian.

Laut ihrer Aussage haben regelmäßige Treffen zwischen der Ukraine, den Vereinigten Staaten und europäischen Partnern sowie sporadische Kontakte zwischen Washington und Moskau nichts an der grundlegenden Realität geändert: Es gibt keinen Waffenstillstand, es wurden keine Sicherheitsmechanismen festgelegt, und Russland hat keine Bereitschaft gezeigt, den Krieg zu beenden.

Der Höhepunkt der diplomatischen Bemühungen der letzten Wochen war ein Treffen in Paris, bei dem sich 35 Länder zu einer sogenannten „Koalition der Willigen“ zusammenschlossen. Sie erörterten mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine im Falle eines Waffenstillstands. An dem Prozess waren die Vereinigten Staaten, wichtige europäische Hauptstädte und ein breiterer Kreis von Kiews Partnern beteiligt.

Wie Sasse jedoch feststellt, haben diese Gespräche keine wirklichen Fortschritte gebracht. Formelle Friedensgespräche haben noch nicht begonnen, und es wurde nicht einmal ein Waffenstillstand vereinbart. Gleichzeitig zeigt ihrer Einschätzung nach nur die Ukraine öffentlich Kompromissbereitschaft, während Russland an seiner harten Haltung festhält.

Trotz diplomatischer Bemühungen hat Moskau im Gegenteil die Raketen- und Drohnenangriffe auf die Ukraine, insbesondere auf die Energieinfrastruktur, verstärkt. Der Autor ist überzeugt, dass dies Teil einer gezielten Strategie ist, die Zivilbevölkerung während des Winters unter Druck zu setzen und so die physische und psychische Widerstandsfähigkeit des Landes zu schwächen.

Laut Sasse ist die abschließende Pariser Erklärung eher symbolischer Natur. Sie sieht die Beteiligung der Koalition an einem von den USA geführten Mechanismus zur Überwachung des Waffenstillstands, die fortgesetzte militärische Unterstützung der Ukraine, die Aufstellung einer multinationalen Truppe unter europäischer Führung, die Zusage, im Falle eines Verstoßes Russlands gegen die Vereinbarungen zu reagieren, und eine langfristige Verteidigungszusammenarbeit mit Kiew vor. Allerdings fehlen für keinen dieser Punkte bisher klare Umsetzungsmechanismen.

Großbritannien und Frankreich haben ihre Bereitschaft bekräftigt, nach Inkrafttreten des Waffenstillstands Truppen in die Ukraine zu entsenden, um für den Fall eines Verstoßes gegen diesen vorsorglich Truppen zu entsenden. Unklar bleibt jedoch, welche Handlungen Russland als Verstoß werten wird und wie der Westen darauf reagieren wird.

Ein weiteres Signal lieferte die Erklärung des neuen deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz, der erstmals die Beteiligung der Bundeswehr am Sicherheitsgarantiemechanismus zuließ. Er stellte jedoch klar, dass dies nur einen möglichen Einsatz in NATO-Staaten an der Ukraine und ausschließlich mit Zustimmung des Bundestages betreffe.

Das Hauptproblem bleibt laut Sasse die Haltung des Kremls. Wladimir Putin sei ihrer Meinung nach nicht an echten Verhandlungen interessiert und glaube, die Zeit spiele für ihn. Sein Selbstvertrauen werde durch die direkten Kontakte zu Donald Trump und die auf kurzfristige Abkommen ausgerichtete Politik der neuen US-Regierung noch verstärkt.

Der Begriff „Koalition der Willigen“, der widersprüchliche historische Assoziationen weckt, spiegelt in diesem Fall eine neue Realität der internationalen Politik wider – die Bildung situationsbedingter Allianzen außerhalb traditioneller Institutionen. Der Ausgang des Krieges in der Ukraine wird laut Autor eine entscheidende Bewährungsprobe für diese neue Weltordnung sein.

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