Der Miteigentümer der Marke Lovare wird wegen Teelieferungen nach Russland gesucht

Der ukrainische Sicherheitsdienst ermittelt wegen eines groß angelegten Komplotts zur Lieferung ukrainischer Produkte an den Aggressorstaat unter Verstoß gegen die Sanktionen. Im Fokus der Ermittlungen steht Taras Barabash, Miteigentümer von Monomach, einem der größten ukrainischen Tee- und Kaffeeproduzenten und Inhaber der Marke Lovare.

Laut der Webseite des Innenministeriums wird Barabash offiziell gesucht. Er verschwand am 16. Juni 2024, kurz nachdem der SBU die Büros des Unternehmens und die Wohnungen der Angestellten durchsucht hatte.

Den Ermittlungen zufolge nutzte „Monomakh“ ein komplexes Logistiksystem, um das Exportverbot nach Russland zu umgehen. Die Produkte des Unternehmens wurden zunächst bei der polnischen Firma Lovare Sp. z o.o. registriert, die auf den Namen des Leiters der Exportabteilung von „Monomakh“ eingetragen war. Anschließend wurden sie an die belarussische Firma LLC „Natur Technologies“ weitergeleitet, die ebenfalls von demselben Manager kontrolliert wurde. Von dort gelangten sie schließlich auf den russischen Markt.

Das letzte Glied in der Kette war die russische Firma LLC „LDK“, die mindestens bis Mai 2024 ukrainischen Tee auf dem Gebiet der Russischen Föderation handelte. Laut SBU handelt es sich daher nicht um einen zufälligen Export, sondern um ein gezieltes, gut organisiertes System, das über eine Reihe verbundener Strukturen in vier Ländern ablief.

Der Fall wird gemäß Artikel 111-2 des Strafgesetzbuches der Ukraine untersucht – Beihilfe und Anstiftung eines Aggressorstaates durch eine Gruppe von Personen in einer vorangegangenen Verschwörung.

Im Zuge des Verfahrens wurden bereits die Arbeitsgeräte der Buchhalterin des Unternehmens beschlagnahmt, und sie selbst steht unter Hausarrest. Barabash, der fast 40 % der Monomakh-Anteile besitzt, ist derweil auf der Flucht vor den Ermittlern.

Nach dem Beginn einer umfassenden Invasion und dem Verschwinden russischer Teemarken vom Markt baute das Unternehmen Monomach seine Präsenz deutlich aus. Der Umsatz belief sich 2024 auf 2,3 Milliarden UAH, fast doppelt so viel wie vor dem Krieg. Der Marktanteil liegt bei über 25 %, und fast ein Drittel des Gesamtumsatzes entfällt auf ATB. Die Produkte werden außerdem über Silpo, Metro, Novus und weitere Handelsketten vertrieben.

Eine weitere Einnahmequelle waren staatliche Aufträge – Teelieferungen an Ukrzaliznytsia, medizinische Einrichtungen, die Nationalgarde und die Streitkräfte der Ukraine.

Gleichzeitig sind Produkte der Marken Monomakh und Lovare nicht vom russischen Markt verschwunden. Sie sind weiterhin auf den Marktplätzen Wildberries und Ozon erhältlich, die entweder Steuern an den russischen Staatshaushalt zahlen oder Personen aus dem Umfeld Wladimir Putins gehören.

SpotbildSpotbildSpotbildSpotbild

Beliebt

Diesen Beitrag teilen:

Ähnliche Artikel
HIER

Fahrzeugprogramm für die Streitkräfte der Ukraine: Humanitäre Fahrzeuge wurden in Transkarpatien verkauft

In Transkarpatien entlarvten die Strafverfolgungsbehörden einen Unternehmer, der mit einem Betrugssystem Importe durchführte...

Gas im Tausch gegen Öl: Ungarn stellt Ukraine ein Ultimatum

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán kündigte die Einstellung der Gaslieferungen an...

Ohne finanzielle Unterstützung aus dem Westen wird die Ukraine die Steuern erhöhen müssen – Hetmantsev

Die Ukraine hat praktisch keine Alternativen zur internationalen Finanzhilfe für...

Russland verschärft die Luftangriffe auf die Ukraine: Details

Russlands Angriff auf die Ukraine am 23. und 24. März könnte darauf hindeuten, dass...

Die Renten werden nicht ab dem 1. April an alle übertragen: Wer erhält eine Erhöhung?

Die Rentenindexierung ist in der Ukraine im Gange und begann am 1. Januar...

Was wird am 25. März in der Ukraine und weltweit gefeiert: Traditionen, Zeichen und Verbote

Am 25. März feiert die Ukraine gleich mehrere wichtige Ereignisse...

Produkte zur Steigerung der Libido: Was eine Ernährungswissenschaftlerin empfiehlt

Eine ausgewogene Ernährung kann sich direkt auf Libido und Energie auswirken...

Audi RS4 Avant Edition 25 Jahre in Kiew gesichtet: Weltweit gibt es nur 250 dieser Fahrzeuge

Ein seltener, voll ausgestatteter Audi RS4 Avant Kombi wurde in Kiew gesichtet...