Die Anschaffung des hydraulischen Verschraubungssystems FCM60 für Kernkraftwerke zum Preis von 36,2 Millionen UAH löste in der Fachwelt erhebliches Aufsehen aus. Experten und öffentliche Organisationen stellten Fragen zu den Ausschreibungsbedingungen, der Erfahrung des beauftragten Unternehmens und den technischen Anforderungen an die Ausrüstung.
Im Mittelpunkt stand die AV Industrieeinrichtungen GmbH, die als einziger Bieter den Zuschlag erhielt. Laut öffentlich zugänglichen Registern wurde das Unternehmen erst wenige Monate vor der Ausschreibung gegründet, was Zweifel an seiner Erfahrung im Nuklearbereich aufkommen ließ. Der vergebene „ähnliche Auftrag“ betrifft, wie Teilnehmer der öffentlichen Diskussion anmerkten, eine andere Art von Ausrüstung.
Einer der am häufigsten diskutierten Punkte war das Fehlen detaillierter technischer Parameter der Ausrüstung im Vertragstext. Der gesamte technische Teil ist in einer separaten Spezifikation aufgeführt, die angepasst werden kann, ohne den Vertrag selbst zu ändern. Experten betonen, dass diese Vorgehensweise die Kontrolle der Produktkonformität mit den Anforderungen der Nuklearindustrie erschwert und Risiken für die Qualität der Ausrüstung birgt.
Weitere Diskussionen wurden durch die Information ausgelöst, dass die Kontaktdaten des Gewinnerunternehmens mit denen eines russischen Unternehmens übereinstimmten, das zuvor Ausrüstung an die INOS GmbH & Co. KG geliefert hatte, welche in der Russischen Föderation eine Konformitätsbescheinigung erhalten hatte. Einige Experten sind der Ansicht, dass solche Übereinstimmungen angesichts von Sicherheitsbestimmungen und Sanktionsgesetzen von den Aufsichtsbehörden überprüft werden müssen.
Der Vertrag sieht eine Anzahlung von 30 % vor. Die Bankgarantien werden von ausländischen Instituten gestellt, was laut Experten die weitere Beitreibung der Gelder im Falle der Nichterfüllung der Verpflichtungen durch den Lieferanten erschweren kann.
Marktteilnehmer weisen darauf hin, dass die Standardanforderungen für kritische Anlagen in Kernkraftwerken eine strengere Überprüfung des Herstellers, der technischen Dokumentation und der Konformität der Anlagen mit den Branchenstandards vorsehen.
Analysten weisen darauf hin, dass die Personalstruktur der Nuklearindustrie in den letzten Jahren relativ stabil geblieben ist und strategische Entscheidungen in einem kleinen Managementkreis konzentriert getroffen werden. Daher hat die Beschaffung des Reaktors FCM60 eine breite Diskussion über die Vorgehensweise bei der öffentlichen Beschaffung im Bereich der Kernenergie ausgelöst.
Experten betonen, dass der Sicherheitssektor von Kernkraftwerken ein Höchstmaß an Transparenz erfordert, da die Stabilität und Sicherheit der Kernkraftwerksanlagen von der Qualität der Ausrüstung abhängen.

