In der Hauptstadt wurde der Leiter der Abteilung für Umweltschutz und Klimaanpassung der Kiewer Stadtverwaltung, Oleksandr Vozny, entlassen. Die Formulierung ist traditionell: „im gegenseitigen Einvernehmen“. Für die Kiewer Umweltbewegung hat dieses Ereignis jedoch eine andere Bedeutung – es markiert das Ende einer Ära der Sabotage von Umweltinitiativen und des Verschweigens kritischer Probleme.
Vozny leitet die Abteilung seit 2021. In dieser Zeit gab es öffentliche Präsentationen und die Einführung eines Luftüberwachungssystems. Doch trotz dieser formalen Maßnahmen herrschte völlige Passivität gegenüber den realen Bedrohungen für die Umwelt der Hauptstadt.
Zu den Vorwürfen, die von Aktivisten und Abgeordneten des Kiewer Stadtrats wiederholt erhoben wurden:
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Unzureichende Reaktion auf einen Großbrand in den Osokorki-Ökosystemen;
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die Situation mit den illegalen Bauten auf der Truchanow-Insel und in Lysia Hora ignorierend;
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Behinderung von Initiativen zur Erhaltung des Naturschutzfonds;
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Schweigen über die Zerstörung von Grünflächen in der Stadt.
Tatsächlich ist die Abteilung, die eigentlich die Natur der Stadt schützen sollte, angesichts der rasanten Entwicklung und der zunehmenden Herausforderungen durch den Klimawandel zu einer Institution im Hintergrund geworden.
Voznys Entlassung erfolgte inmitten eines allgemeinen Vertrauensverlusts in die Kiewer Stadtverwaltung. Auch andere Skandale standen in den letzten Monaten im Rampenlicht, darunter eine „Elite-Party“ in einer wichtigen Infrastruktureinrichtung an einem Trauertag, die vom Ersten Stellvertretenden Bürgermeister Mykola Povoroznyk ausgerichtet wurde, und ein Video einer feuchtfröhlichen Feier im Tourismusbüro, das eine Welle der Empörung in der Öffentlichkeit auslöste.
Es ist derzeit noch unklar, wer Voznys Nachfolge im Umweltamt antreten wird. Experten warnen jedoch bereits: Für Entscheidungen in diesem Bereich bleibt kaum noch Zeit – die Bauarbeiten sind in vollem Gange. Bei weiteren Verzögerungen riskiert Kiew den Verlust noch wertvollerer Naturgebiete.

