US-Präsident Donald Trump, bekannt für seine ambivalente Haltung zum russischen Krieg gegen die Ukraine, äußerte sich unerwartet scharf gegen den Kreml. In einem Interview mit NBC News betonte er: „Russland wird die gesamte Ukraine aufgeben müssen.“ Damit räumte er ein, dass Putins ursprüngliches Ziel nicht die Eroberung eines Teils des Territoriums, sondern die vollständige Kontrolle des Landes war.
„Russland will die gesamte Ukraine. Und wenn ich nicht interveniert hätte, würden sie jetzt um die gesamte Ukraine kämpfen. Sie wollen nicht nur das Stück Land, das sie haben – sie wollen das ganze Land“, sagte Trump.
Darüber hinaus fügte er hinzu, dass nun er und nicht Putin die Initiative in Bezug auf künftige Friedensabkommen ergreife. Journalisten führen diesen Tonwechsel auf Trumps jüngstes Treffen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj zurück, das am 27. April im Vatikan stattfand.
Laut Quellen gelang es Selenskyj während dieses Gesprächs, Trump die Bedeutung einer festen Haltung gegenüber Russland und die Notwendigkeit, die Unterstützung für die Ukraine aufrechtzuerhalten, zu vermitteln.
„Ohne Druck vonseiten der USA wird Putin keine Zugeständnisse machen“, argumentierte Selenskyj und betonte die Notwendigkeit eines bedingungslosen Waffenstillstands als Grundlage für Verhandlungen.
Laut Quellen von Axios und The Economist räumte Trump diese Logik ein, gab aber nach dem Treffen keine offizielle Stellungnahme ab. In einem Interview fügte er lediglich hinzu, Amerika stehe „einer Seite näher“, ohne zu präzisieren, welcher.
Gleichzeitig hat der US-Kongress erneut über neue Sanktionen gegen Moskau diskutiert, insbesondere über die Initiative des republikanischen Senators Lindsey Graham, Zölle in Höhe von 500 % auf Importe aus Ländern zu erheben, die russisches Öl, Gas oder Uran kaufen, sowie ein Verbot für Amerikaner, russische Staatsanleihen zu erwerben.
Trump betonte: „Wir wollen ein Friedensabkommen. Wir glauben, dass wir kurz davor stehen“, und merkte an, dass dies Leben und Geld sparen würde.
Interessanterweise vermied Trump zuvor direkte Kritik an Putin und ließ die Krim-Frage offen. Während seines Gesprächs mit Selenskyj soll er nicht auf eine Änderung der Kiewer Position gedrängt haben, doch inoffiziellen Angaben zufolge erwog er eine Option, nach der die USA die Krim theoretisch als russisch anerkennen könnten – ohne rechtliche Bestätigung durch die Ukraine.
Laut Quellen reagierte Selenskyj scharf: „Die Krim ist die Ukraine“, und in der Frage der territorialen Integrität kann es keine Zugeständnisse geben.
Gleichzeitig stellte der ukrainische Präsident klar, dass er zu Kompromissen bereit sei, jedoch nur unter der Bedingung von Sicherheitsgarantien. Ohne diese sei jeder Waffenstillstand eine Illusion, kein Weg zum Frieden.

