Der ehemalige Leiter eines Kiewer Bestattungsunternehmens wird wegen groß angelegter Veruntreuung von Staatsgeldern angeklagt. Laut Angaben der Nationalpolizei soll er zwischen 2020 und 2023 gemeinsam mit zwei Komplizen durch Scheinbeschäftigung mehr als 21 Millionen Hrywnja veruntreut haben.
Den Ermittlungen zufolge stellte der Direktor 23 fiktive Mitarbeiter ein – sogenannte „Friedhofsreiniger“, die tatsächlich nie auf dem Gelände erschienen. Gleichzeitig wurden deren Gehälter regelmäßig angesammelt und auf Bankkarten überwiesen, die von den Verdächtigen kontrolliert wurden.
Eine Schlüsselrolle in dem Komplott spielte auch der Leiter der Personalabteilung, der gefälschte Stundenzettel unterzeichnete, sowie ein weiterer Komplize, ein ehemaliger Mitarbeiter des Unternehmens, der an der Abhebung von Bargeld von Konten beteiligt war.
Innerhalb von drei Jahren gelang es der kriminellen Gruppe, 21 Millionen Hrywnja aus dem Budget des städtischen Unternehmens zu veruntreuen. Im Zuge der Ermittlungen führten die Strafverfolgungsbehörden zahlreiche Durchsuchungen und Ermittlungsmaßnahmen durch, wodurch sie fast 16 Millionen Hrywnja an den Staat zurückführen konnten.
Die Anklage gegen alle drei Angeklagten wurde nun dem Gericht übermittelt. Ihnen wird vorgeworfen, unter Ausnutzung ihrer Amtsstellung ein Korruptionssystem organisiert, Dokumente gefälscht und in besonders großem Umfang Vermögen veruntreut zu haben.
Der Fall wird am Tatort verhandelt. Sollten die Angeklagten für schuldig befunden werden, drohen ihnen lange Haftstrafen und die Einziehung ihres Vermögens.

