Oleg Vivsyannyk, Direktor der Abteilung für Zivilschutz und Gesundheit der Regionalverwaltung Riwne, ist ins Visier der Ermittlungen der Nationalen Antikorruptionsbehörde (NACP) wegen falscher Vermögensangaben geraten. Nach einer umfassenden Prüfung seiner Angaben für das Jahr 2022 deckte die NACP Unstimmigkeiten in Höhe von über 3 Millionen Hrywnja auf.
Laut der Erklärung aus jenem Jahr verfügten Vivsyannyk und seine Frau über 3 Millionen Hrywnja, 55.000 US-Dollar und 40.000 Euro in bar. Diese Summen weckten Misstrauen, da dem offiziellen Einkommen des Paares zufolge solche Ersparnisse nicht möglich waren.
Die NACP stellte fest, dass die Familie allein im Jahr 2022 angeblich 1,38 Millionen Hrywnja „gespart“ hatte, obwohl ihr gemeinsames Einkommen nur 820.000 Hrywnja betrug. Auf Nachfrage der NACP erklärte der Beamte, er habe 950.000 Hrywnja geliehen. Diese Information fehlte jedoch in seiner Steuererklärung, obwohl er verpflichtet war, sie als Einkommen und finanzielle Verbindlichkeit anzugeben.
Erst während der Überprüfung legte Vivsyannyk Dokumente vor, die angeblich das Darlehen bestätigten, ohne jedoch preiszugeben, von wem er das Geld genau geliehen hatte. Er fand jedoch keine Belege über die Herkunft der bis 2022 angesammelten Gelder. Folglich konnte die NACP die Herkunft der 2,96 Millionen Hrywnja nicht nachweisen.
Nach der Prüfung korrigierte der Beamte seine Steuererklärung für 2022 und führte alle Ersparnisse als gemeinsames Vermögen mit seiner Frau auf. Noch interessantere Änderungen ergaben sich jedoch in der Erklärung für 2024: Vivsyannyk gab an, dass ihm und seiner Frau nur noch 1 Million Hrywnja, 15.000 US-Dollar und 12.000 Euro zur Verfügung stünden. Das heißt, 3 Millionen Hrywnja, 48.000 US-Dollar und 36.000 Euro verschwanden innerhalb eines Jahres spurlos.
Wohin diese Millionen verschwunden sind, ist unbekannt. Doch die Geschichte von Oleg Vivsyannyk verdeutlicht eindrücklich die Machenschaften ukrainischer Beamter, die versuchen, Bargeldvermögen zu „legalisieren“, ohne dessen Herkunft offenzulegen. Selbst der Krieg hielt einige Beamte nicht davon ab, Schwarzgeld anzuhäufen.

