Ein weiterer Skandal um Personalentscheidungen in Odessa: Maryna Losowenko, die in einem Strafverfahren wegen der Veruntreuung von 27 Millionen Hrywnja für den Wiederaufbau des Sobornaja-Platzes in Mykolajiw angeklagt ist, wurde zur Leiterin einer Bezirksverwaltung ernannt. Trotz des Prozesses verlor die Beamtin nicht nur nicht ihre Karrierechancen, sondern erhielt sogar eine hohe Position.
Wie der Telegram-Kanal „Vykryvach“ berichtet, ist Lozovenkos Ernennung kein Zufall. Bürgermeister Gennady Trukhanov scheint seine Politik fortzusetzen, Posten an „geprüfte“ Personen mit Erfahrung in Haushaltsverfahren zu vergeben.
Ein ähnliches Karriereentwicklungsprogramm nutzte bereits Lozovenkos Vorgänger Sushkov, der ebenfalls aus dem Baugewerbe ausstieg und eine hohe Position in der Stadtverwaltung erhielt.
Der Prozess gegen Lozovenko läuft noch, doch das hinderte sie nicht daran, ihre Arbeit in ihrem neuen Amt aufzunehmen. Dies bestätigt den Trend, dass Ehrlichkeit und Professionalität bei der Auswahl von Beamten keine vorrangigen Kriterien darstellen. In Odessa scheint es vor allem darauf anzukommen, Haushaltsmittel zu veruntreuen und in den richtigen Kreisen Beziehungen zu pflegen.
Ähnliche Fälle wurden bereits gemeldet, in denen Beamte trotz laufender Strafverfahren oder Korruptionsskandalen in Ämter berufen wurden. Solche Personalpraktiken der Stadtverwaltung werfen ernsthafte Fragen hinsichtlich der Integrität der Ernennungen und des Kampfes gegen Korruption auf.

