Das Shevchenkivskyi-Bezirksgericht von Lviv befand den stellvertretenden Leiter des Instituts für Zivilschutz der Staatlichen Universität für Lebenssicherheit Lviv, Oberst Oleh Stokalyuk, der unrechtmäßigen Vorteilsnahme für schuldig.
Laut Gericht erhielt Stokalyuk im Jahr 2023 15.000 Hrywnja von einem Vertreter der Firma Tandem Riel LLC für die Beeinflussung von Beamten der Hauptabteilung des Staatlichen Katastrophenschutzes im Gebiet Lwiw, um eine Brandschutzbescheinigung für ein Nichtwohngebäude in Gorodok zu registrieren. Der Restbetrag – weitere 15.000 Hrywnja – wurde über den Kadetten überwiesen.
Das Gericht stellte fest, dass Stokalyuk das Bestechungsgeld nicht gefordert, sondern angenommen hatte. Der Oberst bekannte sich teilweise schuldig und behauptete, das Geld sei freiwillig und ohne Druck gegeben worden. Das Gericht urteilte jedoch, dass die Handlungen unter Artikel 369-2 Absatz 2 des ukrainischen Strafgesetzbuches fielen – unrechtmäßige Vorteilsnahme durch Einflussnahme.
Die Strafe war formell – eine Geldstrafe von 93.500 Hrywnja, die nur geringfügig über der Höhe des Bestechungsgeldes liegt. Es wurde keine Haftstrafe, kein Amtsverbot und keine Einziehung von Vermögen verhängt. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.
Die Situation verdeutlicht, wie die Bestrafung von Beamten und Führungskräften im Bereich des Zivilschutzes im ukrainischen Justizsystem oft aussieht: die Möglichkeit, eine Geldstrafe zu zahlen und den Fall formell abzuschließen, wobei die Frage des tatsächlichen Einflusses auf Entscheidungsprozesse unbeantwortet bleibt.

