Der Anstieg der weltweiten Ölpreise in Verbindung mit der Abwertung der Hrywnja gegenüber dem Dollar und dem Euro könnte ab Januar zu höheren Kraftstoffpreisen im ukrainischen Einzelhandel führen. Im Großhandel sind Benzin und Diesel bereits um etwa 2 Hrywnja pro Liter teurer geworden, und Experten gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.
Zusätzlicher Druck auf den Markt entsteht durch die steigende Nachfrage nach arktischem Dieselkraftstoff, der während Frostperioden aktiv eingesetzt wird. Gerade dieses Segment verzeichnet die schnellste Preisentwicklung.
Serhiy Kuyun, Direktor des Beratungsunternehmens „A-95“, merkt an, dass die Schlüsselfaktoren der Wechselkurs und die Weltölpreise sind. Laut seinen Angaben hat der Wechselkurs der Hrywnja den Kostenpreis bereits um etwa Hrywnja erhöht, der Ölpreis um weitere anderthalb. Bislang bremst der Einzelhandel den Anstieg, doch ohne Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage ist in diesem Monat eine Preiskorrektur hin zu steigenden Preisen möglich.
Dmytro Leushkin, Gründer der Prime-Unternehmensgruppe, teilt diese Ansicht. Er prognostiziert, dass die Benzin- und Dieselpreise um etwa 2 Hrywnja pro Liter steigen könnten, falls der Wechselkurs der Hrywnja sich 44 Hrywnja pro Dollar annähert und die Weltölpreise auf 68–69 Dollar pro Barrel steigen. Angesichts der aktuellen Indikatoren ist jedoch vorerst kein starker Preisanstieg zu erwarten, solange der Wechselkurs unter dieses Niveau fällt und der Brent-Ölpreis bei etwa 66 Dollar pro Barrel liegt.
Ein weiterer Faktor ist der gestiegene Kraftstoffbedarf aufgrund des verstärkten Generatoreinsatzes infolge langer Stromausfälle. Laut Lyushkin kompensieren die Netzbetreiber den Margenrückgang teilweise durch höhere Absatzmengen. Gleichzeitig wird der erhöhte Verbrauch für Generatoren durch den traditionellen winterlichen Nachfragerückgang bei Kraftfahrzeugen ausgeglichen.
Die Großhandelspreise sind bereits gestiegen: Diesel verteuerte sich von etwa 44 auf 47 Hrywnja pro Liter, Benzin von 49,6 auf 50,9 Hrywnja. Experten betonen jedoch, dass es selbst unter diesen Umständen derzeit keine zwingenden Gründe für eine sofortige Anpassung der Einzelhandelspreise gibt.
Laut Marktteilnehmern wird kein Treibstoffmangel erwartet. Die Händler verfügen über ausreichende Lagerbestände, bis neue Importlieferungen eintreffen. Die ukrainische Logistik kann trotz einiger Schwierigkeiten den aktuellen Verbrauch problemlos aufrechterhalten.

