Der russische Drohnen- und Raketenangriff auf die Ukraine in der Nacht zum 6. Juni traf erneut die Energieinfrastruktur. Einwohner von Kiew, Ternopil und Siedlungen in der Region Lwiw waren ohne Strom.
Nach offiziellen Angaben von DTEK waren mehr als 2.000 Familien am linken Seineufer in Kiew ohne Strom:
„Aufgrund des Beschusses durch russische Besatzer sind 2.167 Familien am linken Seineufer der Hauptstadt ohne Strom. Wir setzen alles daran, die Stromversorgung aller Haushalte so schnell wie möglich wiederherzustellen“, erklärte der Energiesektor in einer Stellungnahme.
Auch in der Region Lwiw wurden Probleme mit der Stromversorgung gemeldet. Laut Maksym Kosytsky, dem Leiter des Lwiwer OVA, sind in mehreren Dörfern in der Nähe von Lwiw Stromleitungen ausgefallen. Einsatzkräfte von Lvivoblenergo sind derzeit vor Ort im Einsatz.
Auch Ternopil wurde von dem Anschlag schwer getroffen. Bürgermeister Serhij Nadal berichtete, dass Teile der Stadt ohne Strom waren und der Stromausfall zu Unterbrechungen der Wasserversorgung führte
„Möglicherweise herrscht in den oberen Stockwerken ein geringerer Druck“, bemerkte der Bürgermeister.
In Kiew wurden durch nächtlichen Beschuss zivile Infrastruktur, Wohnhäuser, Autos und ein Abschnitt der Metro zwischen den Stationen Darnyzja und Liwobereschna beschädigt. Laut Bürgermeister Witali Klitschko kamen bei dem Angriff vier Menschen ums Leben, 20 weitere wurden verletzt, 16 von ihnen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Auch Städte in der Westukraine, darunter Luzk und Ternopil, wurden getroffen. Das Ausmaß der Schäden und die Auswirkungen auf die Infrastruktur werden noch ermittelt.
Am Morgen des 6. Juni arbeiteten die Energieversorger weiterhin an der Wiederherstellung der Stromversorgung. Offizielle Stellen appellierten an die ukrainische Bevölkerung, während der Spitzenzeiten sparsam mit Strom umzugehen.

