Oleg Vynnyk, der zu Beginn des Krieges aus der Öffentlichkeit verschwunden war, hat beschlossen, seine Musikkarriere wieder aufzunehmen – und zwar weit außerhalb der Ukraine. Der Sänger kündigte eine Konzerttournee durch Deutschland für Dezember 2025 an. Doch bisher gestaltet sich das Comeback schwierig: Trotz der groß angelegten Ankündigung und des Promo-Videos stagnieren die Ticketverkäufe.
Der Sänger plant Konzerte in sieben Städten: Saarbrücken, Fürth, Pforzheim, Offenbach am Main, Mülheim an der Ruhr, Berlin und Hamburg. Wie man den Ticketverkaufsseiten entnehmen kann, ist der Saal jedoch selbst beim ersten Konzert am 2. Dezember in Saarbrücken nur halb gefüllt. In den anderen Städten sieht es ähnlich aus.
Ein Grund dafür sind die hohen Ticketpreise. Der günstigste Platz kostet 59 € (über 2.800 UAH), die besten Tickets bis zu 119 € (fast 5.700 UAH). Und das, obwohl der Großteil des ukrainischen Publikums in Deutschland aus Binnenvertriebenen besteht, für die solche Ausgaben keine Priorität haben.
Doch der Preis ist nicht das einzige Problem. Aus dem Promo-Video ging hervor, dass das Tourprogramm hauptsächlich aus russischsprachigen Hits bestehen wird, darunter Lieder, die bis 2022 bei den Vovchitsa-Fans beliebt waren. Und hier stellt sich eine weitere unangenehme Frage: Ist die ukrainische Diaspora bereit, solche Lieder während des Krieges zu hören?
Angesichts der russischen Militäraggression und der öffentlichen Nachfrage nach ukrainischsprachigen Inhalten könnte Vynnyks Strategie, auf russischsprachige Nostalgie zu setzen, zu einem Imageschaden führen. Schon jetzt wirkt die Tournee aufgrund der geringen Ticketnachfrage fragwürdig.
Wir erinnern daran, dass es zuvor Skandale um den Künstler gab, weil er sich nicht öffentlich zum Krieg äußerte und über seine Aktivitäten im Ausland schwieg. Und nun scheint Vynnyk nicht nur in der Ukraine, sondern auch in Europa auf Ablehnung zu stoßen.

