Der ukrainische Sicherheitsdienst hat eine groß angelegte Veruntreuung von 60 Millionen Hrywnja aufgedeckt, die für die Behandlung schwer kranker Menschen bestimmt waren. Wie sich herausstellte, verwendeten Beamte der Kiewer Stadtverwaltung (KCSA) und ihre Komplizen das Geld für Luxusautos und Immobilien, anstatt Medikamente und medizinische Leistungen zu beschaffen.
Dem SBU ist bekannt, dass zwei stellvertretende Leiter der Abteilung für Sozial- und Veteranenpolitik der Kiewer Stadtverwaltung, der kaufmännische Leiter eines Auftragnehmerunternehmens und ein ehemaliger hochrangiger Beamter der Kiewer Stadtverwaltung, der nun die psychiatrische Klinik der Hauptstadt leitet, in den Betrug verwickelt sind. Laut Ermittlern kontrolliert er das Unternehmen, das den Zuschlag für die Palliativversorgung erhalten hat.
Den Ermittlungen zufolge belief sich die Gesamtsumme des Vertrags zwischen der Kiewer Stadtverwaltung und dem Auftragnehmer auf 149 UAH. Ein Teil dieser Gelder war für kostenlose medizinische Leistungen, den Kauf von Medikamenten und Lebensmitteln für Schwerkranke vorgesehen. Ein erheblicher Teil des Geldes wurde jedoch von den Tätern unterschlagen und für eigene Zwecke verwendet.
Anstatt spezialisierte Transportmittel für Hilfsgüter zu beschaffen, kauften die Beteiligten Luxuswagen. So wurde beispielsweise ein Porsche Cayenne SUV, der laut Dokumenten für Patienten bestimmt war, tatsächlich von den Beamten selbst genutzt.
Einer der Verdächtigen, der Inhaber eines Bauunternehmens, bezog zudem unrechtmäßig eine Invalidenrente der Gruppe 2, die es ihm ermöglichte, dem Wehrdienst zu entgehen und ins Ausland zu reisen. Gleichzeitig bezog er weiterhin staatliche Rentenzahlungen.
Alle vier Angeklagten wurden gemäß Artikel des ukrainischen Strafgesetzbuches wegen Veruntreuung von Haushaltsmitteln, Betrug und Urkundenfälschung angeklagt. Ihnen drohen Haftstrafen von bis zu zwölf Jahren.

