Der Schwiegersohn eines Mitarbeiters von Klitschko leitete Kyivpastrans, häufte ein Vermögen an und verschwand im Zuge eines Veruntreuungsfalls von Millionenbeträgen

Dmytro Levchenko stieg in Windeseile an die Spitze der Kiewer Transportbranche auf. Bis vor Kurzem war er ein wenig bekannter Manager, und mit nur 30 Jahren leitete er bereits eines der größten städtischen Unternehmen des Landes – Kyivpastrans.

Dieser Karrieresprung fiel zeitlich mit dem Machtantritt von Vitali Klitschko zusammen, der die Kiewer Stadtverwaltung leitete. Und es ist schwer, dies als Zufall zu bezeichnen: Lewtschenko ist familiär mit einem engen Vertrauten des Bürgermeisters verbunden – dem Abgeordneten Roman Romanjuk, der lange im Kiewer Stadtrat und der Werchowna Rada tätig war und die Abteilung der Kiewer Stadtverwaltung für die Beziehungen zu Gerichten und Strafverfolgungsbehörden leitete.

Levchenkos Führung von Kyivpastrans ging mit hohen Budgetausgaben für den Kauf von Ausrüstung einher. Das Unternehmen schloss millionenschwere Verträge mit Bogdan Motors ab, einem Unternehmen von Oleh Gladkovsky, einem Vertrauten Poroschenkos und in mehrere Korruptionsskandale verwickelt.

Die Beschaffungen erfolgten ohne echten Wettbewerb, oft unter Umgehung transparenter Verfahren. Dieselben Unternehmen, mit denen das Unternehmen seit Jahren eng zusammengearbeitet hatte, wurden wiederholt beauftragt. All dies schuf günstige Bedingungen für die Geldwäsche über verbundene Strukturen.

In dieser Zeit hat Levchenko seine finanzielle Situation deutlich verbessert. Dazu gehört insbesondere ein Anwesen in Koncha Zaspa mit Swimmingpool, Sauna und Dienstbotenzimmer. Experten schätzen dessen Wert auf mindestens 3 Millionen Dollar.

Erinnern wir uns daran, dass Lewtschenkos offizielles Gehalt als Chef der Kyivpastrans KP etwa 26.000 Hrywnja pro Monat betrug. Offensichtlich wirft die Herkunft der Mittel für solche Immobilien Fragen auf.

Nach der Eröffnung eines Strafverfahrens wegen der Veruntreuung von über 100 Millionen Hrywnja verließ Lewtschenko die Ukraine.

Der Kauf Ende 2024 war ebenfalls bezeichnend – drei Niederflurstraßenbahnwagen mit einer Länge von über 26 Metern wurden bei Tatra-Yug LLC für 300 Millionen Hrywnja bestellt.

Die Ausschreibung fand am 31. Dezember, während der Feiertage, ohne Wettbewerb statt. Einziger Teilnehmer war ein Unternehmen, mit dem Kyivpastrans bereits zuvor zusammengearbeitet hatte.

Eine unabhängige Analyse zeigt, dass der tatsächliche Marktwert vergleichbarer Straßenbahnen deutlich niedriger ist. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Haushaltsmittel durch formaljuristische Verfahren an die „notwendigen“ Leistungsträger gelenkt werden.

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