Die Ukraine vollzieht einen Wandel von der ausschließlichen Eigenproduktion von Rüstungsgütern hin zum systematischen Export von Verteidigungstechnologien und dem Aufbau einer eigenen Infrastruktur für die Präsenz auf europäischen Märkten. Bis 2026 sollen zehn Exportzentren im Ausland in Betrieb gehen, und die erste ukrainische Drohne, die in Produktionsstätten in Deutschland gefertigt wird, wird in Kürze verfügbar sein.
Dies gab Präsident Wolodymyr Selenskyj bekannt.
Ihm zufolge richtet der Staat ein Netzwerk von Repräsentanzen in europäischen Ländern ein, die für die Förderung der ukrainischen Entwicklung, die Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen und die Organisation der Produktion zuständig sein werden. Dies betrifft vor allem die baltischen Staaten und die Länder Nordeuropas.
Im Rahmen dieser Strategie werden ukrainische Technologien bereits in ausländische Produktionslinien integriert. So startet beispielsweise in Deutschland die Produktion von Drohnen auf Basis ukrainischer Entwicklungen, und entsprechende Produktionsanlagen sind bereits in Großbritannien in Betrieb. Die erste in deutschen Betrieben gefertigte Drohne soll Mitte Februar vorgestellt werden.
Der Präsident betonte, dass die Sicherheit der europäischen Länder zunehmend von modernen Technologien, insbesondere unbemannten Systemen, abhängt. Daher stoßen ukrainische Lösungen, die sich unter realen Kampfbedingungen bewährt haben, bei den Partnern auf großes Interesse.
Es geht nicht nur um den Export von Fertigprodukten, sondern auch um eine umfassende Zusammenarbeit – Produktionsverlagerung nach Großbritannien, gemeinsame Projekte und die Einbindung ukrainischer Ingenieure und Fachkräfte in internationale Programme. Gleichzeitig hindern der Krieg und regulatorische Beschränkungen einige Unternehmen weiterhin daran, vollständig in ausländische Märkte einzutreten.
Selenskyj betonte außerdem, dass 2026 ein Jahr umfangreicher Investitionen in den Verteidigungstechnologiesektor, insbesondere in die unbemannte Raumfahrtindustrie, sein solle. Derzeit gibt es in der Ukraine rund 450 Drohnenhersteller, von denen 40 bis 50 zu den Marktführern zählen. Laut dem Staatsoberhaupt wächst das Interesse der Investoren an der Branche stetig.
Die Regierung plant, durch kontrollierte Waffenexporte zusätzliche Finanzmittel zu erschließen. Die erhaltenen Gelder sollen für den Kauf knapper Ausrüstung und den Ausbau der Produktion verwendet werden, was sich unmittelbar auf die Versorgung der ukrainischen Streitkräfte an der Front auswirken wird.
Der Verteidigungssektor wandelt sich somit nach und nach nicht nur zu einem Element der Sicherheit, sondern auch zu einem der Schlüsselsektoren der Wirtschaft, der Deviseneinnahmen, Arbeitsplätze und die technologische Entwicklung des Landes sichern kann.

