Die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine und die Disziplinar- und Qualifikationskommission der Staatsanwälte müssen die Rechtmäßigkeit des Vorgehens des Staatsanwalts Artem Boyarenko von der UCP klären, der laut der Journalistin Oksana Kotomkina unrechtmäßig an ihre Telefonnummer und Wohnadresse gelangte. Die Journalistin, Koordinatorin der juristischen Publikation „Konflikte und Gesetze“, berichtete darüber in ihrer Kolumne auf der Website der Publikation.
Druck auf Journalisten aufgrund der Ermittlungen
Der Skandal brach aus, nachdem Oksana Kotomkina Recherchen zu mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten in Artem Boyarenkos Steuererklärung veröffentlicht hatte, insbesondere im Zusammenhang mit dem Verkauf eines Autos an seinen Vater. Nach der Veröffentlichung erhielt die Journalistin zahlreiche Briefe von der Person, gegen die ermittelt wurde, in denen diese eine Richtigstellung der Ergebnisse forderte. Laut Kotomkina versuchte der Staatsanwalt jedoch, sie zu zwingen, Details zu ändern, die den Kern der Enthüllungen nicht berührten, während er den Autoverkauf ignorierte.
Die Situation verschärfte sich, als die Briefe, die sie von Boyarenko erhielt, ihre persönlichen Daten enthielten – ihre Wohnadresse und Telefonnummer, die nicht öffentlich zugänglich waren. „Nachdem ich den Brief an meine Wohnadresse erhalten hatte, fragte ich mich, was als Nächstes passieren könnte: ein Erdloch unter dem Eingang oder eine Türklingel?“, schrieb die Journalistin und deutete damit mögliche Drohungen an.
Fragwürdige Informationsquelle
Es ist bemerkenswert, dass der Staatsanwalt laut Kotomkina erklärte, er habe ihre persönlichen Daten durch die Suche nach ihrer Telefonnummer auf der russischen Webseite LiveJournal erhalten. Dies löste bei der Journalistin Empörung aus, da die Webseite in der Ukraine seit Langem gesperrt ist und der betreffende Beitrag bereits 2010 veröffentlicht wurde. „Das deutet darauf hin, dass die Quelle seines Vertrauens in die erhaltenen Daten keineswegs eine russische Internetquelle ist“, so Kotomkina.
Untersuchungsbedarf
Die Journalistin kündigte an, sich an die Generalstaatsanwaltschaft und die Qualifikations- und Disziplinarkommission der Staatsanwälte zu wenden und eine Untersuchung gegen Boyarenko zu fordern. Sie möchte herausfinden, wie er an ihre persönlichen Daten gelangte und warum er sich auf Inhalte russischer Quellen bezog. Die entsprechenden Anträge würden in Kürze eingereicht, so die Journalistin.

