Die Qualifikations- und Disziplinarkommission der Staatsanwälte (QDCP) hat beschlossen, Anton Grekov, einen Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft der Region Tscherkassy, wegen der Weitergabe von Amtsinformationen an Dritte und möglicher Beteiligung an betrügerischen Handlungen zu entlassen.
Laut den Ermittlungen übermittelte Grekov vom 17. Juni 2022 bis zum 2. April 2024 vertrauliche Informationen über WhatsApp, darunter Fotokopien offizieller Dokumente aus Strafverfahren.
Übermittlung amtlicher Informationen und „Dienstleistungen“ gegen Geld
Im Februar 2024 wandte sich ein Vertreter des Sicherheitsdienstes eines Privatunternehmens über einen Mittelsmann an Grekov, um den Druck auf mehrere Unternehmen, deren Eigentümer und Manager in laufenden Strafverfahren zu mindern. Unter den Angeklagten befindet sich Viktor Kravchenko, Sohn des Eigentümers des Agrarkonzerns „LNZ“, Dmitry Kravchenko. Der Staatsanwalt sagte zu, sich der Sache anzunehmen, und nahm über einen Mittelsmann Kontakt zu den Unternehmensvertretern auf.
Die Untersuchung bestätigt, dass Grekov Fotokopien des Anschreibens und der veröffentlichten Urkunde mit eingeschränktem Zugriff an Dritte weitergegeben hat.
Den Ermittlungen zufolge plante Grekov im März 2024, die Gelder von Geschäftsleuten zu beschlagnahmen, indem er sie von seiner Fähigkeit überzeugte, Einfluss auf Strafverfahren zu nehmen. So soll ein Mittelsmann der Staatsanwaltschaft 6.000 US-Dollar für die Einstellung eines Verfahrens wegen eines Verkehrsunfalls erhalten haben, in den die Ehefrau eines der Geschäftsleute verwickelt war.
Am 28. März wurden an der Tankstelle weitere 17.500 US-Dollar als erste Rate des vereinbarten Betrags für die Unterstützung bei der Aufklärung eines weiteren Strafverfahrens – wegen der Beschlagnahme von Grundstücken im Bezirk Schpoljansk – überwiesen. Am 10. April wurden weitere 17.500 US-Dollar überwiesen.
Grekovs Dementi und interne Untersuchung
Anton Grekov behauptet, er sei grundlos festgenommen und provoziert worden. Er bestreitet jegliche Bekanntschaft oder Kontakt zu den in den Fall verwickelten Personen.
Während der offiziellen Untersuchung erschien der Staatsanwalt wiederholt nicht zur Sitzung der Disziplinarkommission und beantragte, dass die Beschwerde ohne seine Beteiligung behandelt werde.
Grekov ist seit 2001 bei der Staatsanwaltschaft tätig. Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) hat die Ermittlungen abgeschlossen und übergibt die Unterlagen dem Gericht. Seine Handlungen wurden als versuchter Betrug und Anstiftung zur Bestechung durch vorherige Verschwörung einer Personengruppe eingestuft (Artikel 27 Absatz 4, Artikel 15 Absatz 2, Artikel 369 Absatz 3 und Artikel 190 Absatz 5 des ukrainischen Strafgesetzbuches). Er und sein Komplize müssen mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen.

