Am 16. Juli will die Werchowna Rada den Gesetzentwurf Nr. 13439-3 beraten, der die Umleitung eines Teils der Körperschaftsteuer von den kommunalen Haushalten in den Staatshaushalt vorsieht. Das Dokument betrifft ausschließlich die Stadt Kiew und beinhaltet nach ersten Schätzungen den Abzug von etwa 10 % des gesamten Steueraufkommens, das derzeit in der Hauptstadt verbleibt. Dies entspricht etwa 8 Milliarden Hrywnja.
Laut Forbes Ukraine sollen die gesammelten Gelder in die staatliche Haushaltsreserve fließen und anschließend Ukrzaliznytsia unterstützen, die 2024 mit einem Liquiditätsdefizit konfrontiert sein wird. Nach den Ergebnissen des ersten Quartals wies das Unternehmen Verluste in Höhe von 6,7 Milliarden UAH aus. Die Umverteilung soll ein Instrument zur Stabilisierung der Lage des staatlichen Transportunternehmens sein.
Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko kritisierte die Initiative scharf. Sie sehe vor, Gelder abzuzweigen, die die Hauptstadt für die ukrainischen Streitkräfte, das Gesundheitswesen, die militärische Rehabilitation, das Bildungswesen und soziale Belange bereitstelle. Laut Klitschko untergrabe das Gesetz die Fähigkeit der Hauptstadt, in Kriegszeiten grundlegende Funktionen zu erfüllen.
Am 15. Juli scheiterte der Versuch, den Gesetzentwurf auf die Tagesordnung zu setzen: Einige Abgeordnete enthielten sich der Stimme, andere verließen den Plenarsaal. Heute, am 16. Juli, soll das Dokument in erster Lesung behandelt werden. Die endgültige Abstimmung wird voraussichtlich nicht vor dem 19. August stattfinden, nach der Sommerpause des Parlaments.

