Das Bezirksgericht Zaliznychny in Lwiw befand Wolodymyr Patsula, stellvertretenden Direktor des Staatsunternehmens „Mostyske Militärforstwirtschaft“, der versuchten Bestechung eines Mitarbeiters der Abteilung für militärische Spionageabwehr des SBU für schuldig. Der Beamte bot dem Sicherheitsbeamten monatliche Bestechungsgelder an, um dessen mögliche Straftaten, insbesondere im Zusammenhang mit illegalem Holzeinschlag, zu decken.
Den Ermittlungen zufolge bot Patsula im September 2023 bei einem persönlichen Treffen mit einem hochrangigen Beamten des Gegenspionagedienstes 20.000 Hrywnja pro Monat an – 10.000 von jeder Forstbehörde. Im Gegenzug erwartete der Beamte, dass der Strafverfolgungsbeamte die ihm vorgeworfenen Straftaten nicht melden, ihn nicht zur Rechenschaft ziehen und zur Einstellung des Strafverfahrens beitragen würde.
Vor Gericht plädierte der Angeklagte auf nicht schuldig und erklärte, er habe keinerlei Bestechungsabsicht gehabt, sondern lediglich wissen wollen, welche Dokumente zur Einstellung des Verfahrens benötigt würden. Er bezeichnete seine Äußerung über „zehn Beamte aus einem Polizeirevier“ als „falsch interpretiert“.
Richterin Olesya Postrygach befand Wolodymyr Patsula gemäß Artikel 369 Absatz 1 des ukrainischen Strafgesetzbuches – der Annahme eines unerlaubten Vorteils an einen Amtsträger – für schuldig und verhängte eine Geldstrafe von 51.000 Hrywnja. Zusätzlich muss er mehr als 32.000 Hrywnja für die Durchführung der Untersuchungen zahlen. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

