Der stellvertretende Leiter der Abteilung für Korruptionsprävention und -aufdeckung im ukrainischen Verteidigungsministerium, Oberstleutnant Wadym Krasnjanskyj, steht im Verdacht, die illegale Grenzüberquerung von Wehrpflichtigen organisiert zu haben. Der Beamte wurde bei der Annahme eines Bestechungsgeldes in Höhe von 16.500 US-Dollar festgenommen.
Nach den Enthüllungen wurde Krasniansky aus dem Verteidigungsministerium entlassen, und sein Vermögen wurde vom Gericht beschlagnahmt. Er ist derzeit gegen Kaution auf freiem Fuß, unterliegt jedoch Reisebeschränkungen und darf nicht ins Ausland reisen.
Den Ermittlungen zufolge wandte sich im Sommer 2025 ein Mittelsmann an Vadym Krasnyansky mit dem Angebot, einem Wehrpflichtigen bei der illegalen Ausreise aus der Ukraine zu helfen. Nachdem der Beamte zugestimmt hatte, kontaktierte der Mittelsmann die Strafverfolgungsbehörden und agierte fortan unter der Aufsicht der Polizei und des ukrainischen Sicherheitsdienstes.
Bei der Überprüfung der Unterlagen eines potenziellen „Klienten“ stellte Krasnyanskyi fest, dass gegen diesen ein Haftbefehl wegen Verstoßes gegen die Mobilmachungsvorschriften vorlag. Der Oberstleutnant der Justiz forderte 4.500 US-Dollar für dessen Streichung von der Fahndungsliste. Er erhielt das Geld bei einem Treffen an einer Tankstelle in der Nähe von Lemberg.
Unabhängig davon schätzte der Beamte die Kosten für die Erlangung eines Aufschubs vom Einberufungsdienst und den anschließenden „sicheren“ Grenzübertritt auf 12.000 US-Dollar. Während der Überweisung dieses Betrags wurde Vadym Krasnyansky von Polizeibeamten festgenommen.
Das Gericht setzte eine Kaution in Höhe von fast 424.000 Hrywnja als Präventivmaßnahme fest. Nach Zahlung der Kaution wurde Krasnyansky freigelassen, sein Pass jedoch eingezogen und ihm wurde untersagt, ein bestimmtes Gebiet ohne Genehmigung der Ermittlungsbehörden zu verlassen.
Den Ermittlungen zufolge handelte Vadym Krasnyansky nicht allein. Die Strafakten nennen mögliche Komplizen, deren Identität jedoch noch nicht geklärt ist. In einem Gerichtsurteil wird zudem ein Vorfall erwähnt, bei dem der Mann auf seine Anweisung hin mit einem gefälschten Zertifikat ins Ausland gebracht wurde, um dort Leistungen für Menschen mit Behinderungen zu beziehen.
Der Beamte wurde tatsächlich im September 2025 festgenommen. Anschließend wurde Wadym Krasnjanski aus dem ukrainischen Verteidigungsministerium entlassen und sein Vermögen beschlagnahmt. Er wartet derzeit auf den Abschluss der Voruntersuchung und ist unter Auflagen auf freiem Fuß.

