Ilya Pasko, stellvertretender Direktor der Bildungsabteilung der Kiewer Stadtverwaltung, wurde in Kiew festgenommen. Er steht im Verdacht, 2,2 Millionen UAH an Budgetmitteln veruntreut zu haben, die für Reparaturen an Schulen und Kindergärten der Hauptstadt bestimmt waren.
Die Ermittlungen ergaben, dass Pasko die Vergabe von Bauaufträgen für die Kiewer Bezirksbildungsbehörden kontrollierte, indem er Kostenvoranschläge überhöhte und mit Scheinfirmen zusammenarbeitete. Das Geld wurde auf Konten von Unternehmen überwiesen, die keine tatsächlichen Arbeiten ausführten, und ein Teil der Gelder floss als Schmiergeld an Beamte zurück.
Der Mechanismus zur Veruntreuung von Budgetgeldern sah folgendermaßen aus:
- Fiktive Firmen haben Ausschreibungen gewonnen.
- Die Reparaturen wurden entweder gar nicht durchgeführt oder kosteten deutlich mehr als die eigentlichen Kosten.
- Ein Teil der Gelder wurde an den „Schattenapparat“ überwiesen und unter den Beamten verteilt.
„Reparaturaufträge in Kiew sind seit langem ein Tummelplatz für korrupte Beamte. Ohne die Billigung der Leitung des Bildungsministeriums könnten solche Machenschaften nicht existieren“, kommentiert eine Quelle aus den Strafverfolgungsbehörden.
Antikorruptionsorganisationen haben auf Paskos Verbindung zu Olena Fidanyan hingewiesen, der Leiterin der Bildungsabteilung der Kiewer Stadtverwaltung, die diese Position seit über zehn Jahren innehat. Laut Ermittlern kontrollierte sie die Bildungsbudgets der Hauptstadt und die Verteilung der Mittel.
Die Stadtverwaltung hat sich noch nicht zu dem Vorfall geäußert. Gleichzeitig schließen die Ermittler neue Verdachtsmomente und Festnahmen im Zuge der laufenden Ermittlungen nicht aus.

