Nach dem Treffen zwischen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj im Vatikan begannen westliche Beobachter über einen möglichen Waffenstillstand im Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu sprechen. Laut dem „Telegraph“ scheint ein Waffenstillstand zwar greifbarer denn je, doch dürfte er kaum einen Sieg für die Ukraine bedeuten.
Kolumnist Richard Kemp betont, dass Zugeständnisse der Ukraine in dieser Phase unausweichlich seien. Russland gewinne einen Abnutzungskrieg, und Trump werde, selbst wenn er Druck auf Putin ausübe, nicht zu einem entscheidenden Eingreifen bereit sein. Westeuropa werde, so Kemp, eine militärische Eskalation ebenfalls nicht unterstützen, da es weder die Ressourcen noch den politischen Willen dazu habe.
Laut der Veröffentlichung wird die Ukraine gezwungen sein, auf der Grundlage von Trumps jüngsten Friedensvorschlägen zu verhandeln, die die tatsächliche Abtretung eines großen Teils der von Russland besetzten Gebiete beinhalten.
Gleichzeitig hätte Putin im Falle eines Waffenstillstands die Möglichkeit, die Vereinbarungen der russischen Gesellschaft als seinen Sieg zu präsentieren, ungeachtet des tatsächlichen Ausmaßes der Verluste und Folgen für die russische Wirtschaft. Selenskyj riskiert, durch die Zustimmung zu solchen Bedingungen die Unterstützung in der Ukraine zu verlieren.
Laut dem Analysten wird das Ergebnis der Verhandlungen ein Zeichen der Schwäche für die NATO und den Westen insgesamt sein, das nicht nur von Russland, sondern auch von anderen feindseligen Regimen, insbesondere China und Iran, genutzt werden wird.
Selenskyj erklärte nach seinem Treffen mit Trump, das Gespräch sei „gut“ verlaufen und die ukrainische Seite hoffe auf einen „vollständigen und bedingungslosen Waffenstillstand“ und einen „dauerhaften Frieden“. Trump äußerte in seiner Stellungnahme Zweifel an Putins Bereitschaft, den Krieg zu beenden, und drohte mit möglichen verschärften Sanktionen.

