Im Fall der illegalen Privatisierung der Ölpipeline Samara-West-Richtung wurden bedeutende Fortschritte erzielt. Der Sicherheitsdienst der Ukraine und das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine haben eine Untersuchung abgeschlossen, die umfangreiche Beweise erbrachte und zur Erhebung des Verdachts gegen den ehemaligen Volksabgeordneten Wiktor Medwedtschuk und seine Komplizen führte.
Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) und das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) haben die Ermittlungen in einem groß angelegten Fall der illegalen Privatisierung der staatlichen Ölpipeline „Samara-Westliche Richtung“ abgeschlossen. Die unter der verfahrenstechnischen Leitung der Generalstaatsanwaltschaft und der Staatsanwaltschaft Charkiw durchgeführten Ermittlungen lieferten umfangreiche Beweise, die die Straftatbestände der damit verbundenen Handlungen bestätigen.
Derzeit besteht Verdacht gegen den ehemaligen Volksabgeordneten Viktor Medwedtschuk und vier Vertreter der ehemaligen Führungsspitze von „Prykarpatzakhidtrans“, die direkt an der Beschlagnahmung und dem Betrieb der Ölpipeline beteiligt waren. Der Verdacht stützt sich auf mehrere Artikel des ukrainischen Strafgesetzbuches, insbesondere:
- Artikel 27 Absatz 3, Artikel 28 Absatz 3, Artikel 365-2 Absatz 3 (Amtsmissbrauch durch Personen, die öffentliche Dienstleistungen erbringen);
- Artikel 27 Absatz 3, Artikel 28 Absatz 3, Artikel 384 Absatz 2 (Irreführung eines Gerichts oder einer anderen autorisierten Stelle);
- Artikel 27 Absatz 3, Artikel 191 Absatz 5 (Aneignung fremden Eigentums durch einen Amtsträger unter Missbrauch seiner Amtsstellung, begangen in besonders großem Umfang durch eine organisierte Gruppe);
- Artikel 27 Absatz 3, Artikel 209 Absatz 3 (Organisation des Erwerbs, des Besitzes und der Verwendung von Geldern, die aus einer sozial gefährlichen Straftat stammen, die der Legalisierung (Geldwäsche) der Einkünfte vorausging und von einer organisierten Gruppe in besonders großem Umfang begangen wurde).
Den Akten zufolge war der Organisator des illegalen Privatisierungsvorhabens der ehemalige Volksabgeordnete Viktor Medwedtschuk, der sein Vorhaben angeblich seit 2015 in enger Abstimmung mit der damaligen politischen Führung der Ukraine und Russlands umgesetzt hat. Im Rahmen dieses Vorhabens bezog Medwedtschuk Außenstehende ein, die Führungspositionen in dem Unternehmen erhielten, das die Ölpipeline angeblich privatisierte.
Die Ölpipeline Samara-Westrichtung blieb nach dem Zusammenbruch der UdSSR in russischem Besitz. Seit 2005 bemühte sich die Ukraine um die Durchsetzung ihrer Eigentumsansprüche, die erst 2014/15 vom Berufungsgericht und dem Obersten Wirtschaftsgericht bestätigt wurden. Mit Unterstützung der damaligen ukrainischen Führung legte Medwedtschuk jedoch Berufung beim Wirtschaftsgericht Riwne ein und formalisierte den Verkauf der Pipeline an ein Schweizer Unternehmen, das faktisch von den Beteiligten des Komplotts kontrolliert wird.
Nach der Übernahme der Ölpipeline sicherten Medwedtschuk und seine Komplizen deren Betrieb über die Firma „Prykarpatzakhidtrans“, und die Gewinne wurden auf Konten verbundener ausländischer Unternehmen transferiert. Diese Informationen stützen sich auf Beweismaterial des Nationalen Antikorruptionsbüros der Ukraine (NABU) und des Geheimdienstes des Russischen Geheimdienstes (SBU) sowie auf die Aussage von Viktor Medwedtschuk selbst, die er im Austausch mit der Russischen Föderation freiwillig abgab.
Seit Mai 2019 wurde die Dieselversorgung der Pipeline unterbrochen, um sie wieder in Staatsbesitz zu überführen, während die Strafverfolgungsbehörden die Rechtmäßigkeit der Privatisierung überprüften. Im Januar 2024 erklärte der Oberste Gerichtshof der Ukraine den ukrainischen Teil der Pipeline schließlich zum Staatseigentum.

