Oberst Pavlo Palis von den ukrainischen Streitkräften und stellvertretender Leiter des Präsidialamtes ist der Ansicht, dass der Staat nach israelischem Vorbild ein neues Wehrdienstmodell einführen sollte. Dies würde bedeuten, dass alle ukrainischen Staatsbürger Wehrdienst leisten müssen – erst danach hätten sie Anspruch auf bestimmte staatliche Leistungen, Positionen oder geförderte Ausbildungen.
Palisa äußerte sich in einem Interview mit Bihus.info. Seiner Meinung nach sei es unfair und in Kriegszeiten gefährlich für das Land, Bürgern, die keinen Wehrdienst geleistet haben, Vorteile zu verschaffen. „Wenn ein Bürger eine Stelle, eine Ausbildung oder bestimmte staatliche Leistungen beansprucht, muss er seinen Wehrdienst ableisten. Nehmen wir an, es wäre ein Mindestvertrag, beispielsweise für ein Jahr“, betonte er.
Der Oberst betont: Männer wie Frauen sollen dienen. Die moderne Armee bietet vielfältige Aufgaben, in denen jeder seinen Platz finden kann – nicht nur in Kampfeinheiten, sondern auch in den Bereichen Unterstützung, Logistik und Verwaltung. Laut Palisa ermöglicht dieser Ansatz allen Bürgern, eine Grundausbildung zu absolvieren, das Armeesystem kennenzulernen und Teil der Reserve zu werden.
„Rein rational betrachtet, ist es schlichtweg unmöglich, Abgeordneter zu werden, wenn man nicht beim Militär gedient hat. Wer eine andere Führungsposition anstrebt oder in den Haushaltsausschuss einsteigen möchte, sollte unbedingt Wehrdienst leisten“, betonte er.
Darüber hinaus entwickelt das Präsidialamt ein neues Vertragssystem für mobilisiertes Personal, das bereits in den ukrainischen Streitkräften dient. Laut Palisa beinhaltet dieses System klar definierte Dienstbedingungen, die das Vertrauen in die Armee stärken und die Spannungen in der Gesellschaft abbauen sollen.
Parallel dazu wird an der effektiven Verteilung der mobilisierten Soldaten gearbeitet. So werden beispielsweise Männer über 50 meist nicht an die Front, sondern zu Unterstützungseinheiten oder zum Bau von Befestigungsanlagen abkommandiert. Dies berichtete Andrij Jakunin, stellvertretender Leiter des Zentralen Militärbezirks Saporischschja und der Vereinigten Streitkräfte.

