Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) ermittelt gegen den Geschäftsmann Denys Komarnytskyi, ein bekanntes Mitglied der Leonid-Tschernowezkyj-Fraktion im Kiewer Stadtrat von 2008 bis 2010. Eine Quelle im NABU bestätigte dies, die Details des Verdachts werden jedoch derzeit nicht bekannt gegeben. Die Quelle merkte an, dass nicht nur Komarnytskyis Wohnung durchsucht wird.
Später berichtete der Pressedienst des NABU, dass die Operation den Namen „Saubere Stadt“ trug. Im Rahmen dieser Operation wurde eine kriminelle Organisation aufgedeckt, die in Korruption im Zusammenhang mit Grundstücksgeschäften im Kiewer Stadtrat verwickelt war.
Denys Komarnytskyi erlangte 2020 Bekanntheit, nachdem der Abgeordnete Geo Leros Journalisten von Bihus.Info einen USB-Stick mit Daten von einem von Komarnytskyis Arbeitscomputern übergeben hatte. Die Daten enthüllten, dass der Geschäftsmann enge Verbindungen zum Baugewerbe in Kiew unterhält, insbesondere zu den sogenannten „Konzepten“, die die Funktionsweise des Bausektors in der Hauptstadt betreffen. Laut Journalisten war Komarnytskyi in den letzten Jahren faktisch der Hauptverantwortliche für Bau- und kommunale Dienstleistungen in Kiew.
Unternehmen, die mit Komarnytskyi in Verbindung stehen, erhielten häufig bedeutende Aufträge für den Bau und die Sanierung von Anlagen im Rahmen von Verträgen mit städtischen Betrieben in Kiew. Eines der größten Projekte, an dem ein Unternehmen im Besitz von Komarnytskyi beteiligt war, war die Podilskyi-Brücke in Kiew. Die Kosten für dieses Bauwerk stiegen nach einem Beschluss des Kiewer Stadtrats von 11,2 Milliarden UAH auf 19,9 Milliarden UAH.
Darüber hinaus tauchte im Jahr 2020 eine Audioaufnahme eines Telefongesprächs zwischen Komarnytskyi und dem Kiewer Vizebürgermeister Vyacheslav Nepop auf. In dieser Aufnahme demütigt Komarnytskyi Nepop auf rüde Weise und bedroht ihn.
Die Ermittlungen dauern derzeit an, und es wird erwartet, dass die Operation weitere Details über die Beteiligung von Denys Komarnytskyi an Grundstücks- und Bauprojekten in Kiew ans Licht bringen wird.

