In der gesamten Region Pokrowskoje wird ein hoher Druck russischer Truppen verzeichnet. Hauptziel der Angriffe bleibt der Ballungsraum Pokrowsko-Mirnograd. Dies berichtete ein Angehöriger der 68. Jägerbrigade der ukrainischen Streitkräfte mit dem Rufzeichen „Gus“.
Ihm zufolge kombiniert der Feind regelmäßig verschiedene Kampftaktiken. Russische Truppen führen immer wieder mechanisierte Angriffe mit Geländefahrzeugen, Motorrädern sowie gepanzerten Fahrzeugen – Panzern und Schützenpanzern – durch. Parallel dazu werden auch Taktiken kleiner Angriffsgruppen aktiv eingesetzt.
Das Militär äußerte sich auch zu den Wetterbedingungen an den Standorten. Laut seinen Angaben sei die Kälte in den letzten Tagen deutlich spürbar gewesen, die Einheiten hätten jedoch die Möglichkeit, sich aufzuwärmen und seien mit den notwendigen Bedingungen für ihren Dienst ausgestattet.
Zuvor hatte sich Wolodymyr Nasarenko, stellvertretender Kommandeur des 4. Einsatzbataillons „Streitkräfte der Freiheit“ der Rubisch-Brigade, zur Lage in derselben Richtung geäußert. Bereits am 20. Dezember stellte er fest, dass die russischen Truppen in Richtung Pokrowski zehnmal höhere Verluste erleiden als die ukrainischen Streitkräfte. Dies deute seiner Ansicht nach auf den effektiven Einsatz der verfügbaren Waffen sowie auf den hohen Ausbildungsstand des ukrainischen Militärs hin.
Nazarenko betonte, dass der Feind über wesentlich größere Ressourcen verfüge, weshalb unter solchen Bedingungen taktische List, der qualitativ hochwertige Einsatz von Waffen sowie die Fachkompetenz und präzisen Berechnungen der Drohnenbediener eine entscheidende Rolle spielten.
Gleichzeitig berichteten Analysten des Instituts für Kriegsstudien , dass Russland theoretisch versuchen könnte, Pokrowsk einzunehmen und Mirnograd bis Ende des Jahres einzukesseln. Laut Experten würde jedoch selbst ein Verlust von Pokrowsk nicht zu einem sofortigen Zusammenbruch der gesamten ukrainischen Verteidigung in der Region Donezk führen.

