Die Geburtenrate in Kiew ist innerhalb von drei Jahren um ein Drittel gesunken

Im Jahr 2024 wurden in Kiew 19.700 Neugeborene registriert. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum wurden in der Region Lwiw 7.900 Kinder und in der Region Dnipropetrowsk 6.900 Kinder geboren.

Gleichzeitig bleibt die demografische Lage in der Ukraine insgesamt schwierig. Im vergangenen Jahr sank die Geburtenrate im Land um 95.300 Kinder, was einem Rückgang von 35 % entspricht. Auch in der Hauptstadt Kiew ist der Trend negativ: Bis 2024 ging die Zahl der Neugeborenen dort im Vergleich zu 2021 um fast 10.000 bzw. 33,5 % zurück.

Die Kiewer Stadtverwaltung stellt fest, dass der Geburtenrückgang bereits vor dem Ausbruch des Krieges begann und die Kampfhandlungen sowie die Massenmigration der Bevölkerung diese Prozesse nur noch deutlich verstärkt haben. Laut Valentyn Mondryivskyi, stellvertretendem Leiter der Kiewer Stadtverwaltung, werden diese demografischen Veränderungen langfristige Folgen haben, insbesondere für das Vorschulsystem.

Seinen Angaben zufolge wird die Zahl der Vorschulkinder allmählich abnehmen, daher sei es wichtig, dass die Stadt das bestehende Netz von Vorschuleinrichtungen frühzeitig unterstütze und das effektive Funktionieren der Kindergärten unter Berücksichtigung demografischer Prognosen sicherstelle.

Statistiken bestätigen diese Trends. Innerhalb von fünf Jahren – von 2020 bis 2024 – sank die Zahl der Kinder in vorschulischen Einrichtungen in der Ukraine um fast 30 %. In Kiew ist der Rückgang mit 33 % sogar noch deutlicher.

Gleichzeitig zeigt die tatsächliche Besucherzahl in den Kindergärten, dass die Nachfrage nach frühkindlicher Bildung weiterhin hoch ist. Täglich besuchen über 40.000 Kinder die städtischen Kindergärten der Hauptstadt, was etwa 60 % der offiziell angemeldeten Kinder entspricht. Verglichen mit dem ersten Jahr des Krieges ist die Zahl der täglich in Kindergärten betreuten Kinder um etwa 10 % gestiegen.

Die Kiewer Stadtverwaltung betont, dies zeige den Bedarf an frühkindlicher Bildung sowie das Vertrauen der Eltern in die Sicherheit und Professionalität des Lehrpersonals. Trotz der schwierigen Kriegsbedingungen gelang es Kiew, das bestehende Netz von Kindergärten zu erhalten und die Arbeit von Einrichtungen wieder aufzunehmen, die lange Zeit geschlossen waren.

Im Juni 2022 wurden in der Hauptstadt 35 Ganztagskindergärten eröffnet, die von rund 800 Kindern besucht wurden. In den darauffolgenden Jahren kehrten Tausende von Kindern in die Vorschuleinrichtungen zurück, und mittlerweile liegen in Kiew etwa 62.000 Anmeldungen für Kindergärten vor. Im Juni dieses Jahres nahm auch einer der Kindergärten im Obolonsky-Bezirk nach einer Sanierung den Betrieb wieder auf.

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