Berlin ist bereit, an einer neuen Runde von Friedensgesprächen zwischen der Ukraine und Russland teilzunehmen – diesmal auf dem Gebiet des Vatikans. Dies erklärte der Pressesprecher der Bundesregierung, Stefan Cornelius, laut der italienischen Zeitung „Repubblica“ .
Laut dem Sprecher steht die Bundesregierung der Idee, Papst Leo XIV. als möglichen Vermittler in die Verhandlungen einzubeziehen, positiv gegenüber. Gleichzeitig betonte Cornelius, dass der Ort des Treffens nicht im Vordergrund stehe.
„Verhandlungen im Vatikan? Hauptsache, die Verhandlungen werden ernsthaft geführt“, betonte er.
Cornelius betonte, dass ein echter Friedensdialog eine gründliche Vorbereitung und die Anwesenheit von Teilnehmern erfordert, die über die tatsächliche Befugnis verfügen, Entscheidungen bezüglich des Waffenstillstands zu treffen.
Der Sprecher der Bundesregierung wies zudem darauf hin, dass die EU-Länder ihre Maßnahmen zur Verschärfung der Sanktionen gegen Russland weiterhin mit den USA abstimmen. Dies geschieht vor dem Hintergrund neuer Initiativen im US-Kongress, die den wirtschaftlichen Druck auf den Kreml erhöhen sollen.
Zur Erinnerung: Am 19. Mai fand ein über zweistündiges Telefongespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin statt. Hauptthema war ein möglicher „Friedensplan“ für die Ukraine. Im Anschluss an das Gespräch erklärte Trump, die Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau sollten „unverzüglich beginnen“, obwohl er derzeit keine Verschärfung der Sanktionen plane.
Es wurde außerdem bekannt, dass Trump zweimal mit Präsident Wolodymyr Selenskyj telefonierte – vor und nach seinem Gespräch mit Putin. Während des zweiten Gesprächs nahmen europäische Staats- und Regierungschefs am Dialog teil.
Die Tatsache, dass Trump mit den Aussagen des russischen Diktators „relativ zufrieden“ war, hat in Europa Besorgnis ausgelöst. Washington lehnt direkte Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland nicht ab, ist aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht bereit, den Sanktionsdruck zu erhöhen.

