Drohnen haben sich in der Ukraine zu einem Schlüsselelement auf dem Schlachtfeld entwickelt, sowohl zur Verteidigung als auch zum Angriff. Laut der Zeitung „The Sun on Sunday“ schätzen westliche Beamte, dass Drohnen zum primären Zerstörungsmittel geworden sind und die traditionelle Artillerie ersetzt haben.
Analysten weisen darauf hin, dass 70–80 % aller Verluste unter ukrainischem und russischem Militärpersonal auf Drohnenangriffe zurückzuführen sind. Acht von zehn verwundeten oder getöteten Soldaten fallen ferngesteuerten Angriffen zum Opfer, deren Bediener Dutzende Kilometer von der Frontlinie entfernt operieren können.
Die Ukraine wird täglich von mindestens 100 feindlichen Drohnen angegriffen – im Durchschnitt alle 15 Minuten. Russische Kamikaze-Drohnen sind zwar billig, aber effektiv: Sie können in der Luft schweben und auf den Befehl zum Zerstören eines Ziels warten.
Der ehemalige britische Militärgeheimdienstoffizier Phil Ingram betonte, dass die in der Ukraine erfassten Zahlen einen radikalen Wandel in der Kriegsführung belegen. „Drohnen werden in allen künftigen Militäreinsätzen eine zentrale Rolle spielen“, so der Experte.
Das ukrainische Militär hat sich bereits an die neuen Gegebenheiten angepasst – Drohnen sind nicht nur Waffen, sondern auch Augen auf dem Schlachtfeld geworden. Laut dem Kommandeur des Achilles-Regiments, Jurij Fedorenko, werden über 65 % der feindlichen Ziele von unbemannten Systemen aufgespürt und zerstört.
Als Reaktion auf diese Effizienz sind ukrainische Drohnenpiloten zum Hauptziel des Feindes geworden. „Wenn sie einen von ihnen entdecken, greift uns alles an“, sagte Stabsfeldwebel Vasyl, einer der Drohnenpiloten.
Die Ukraine hat außerdem innovative „Drohnenviren“ entwickelt – sogenannte „Trojanische Pferde“, die nicht nur Geräte infizieren, sondern auch in feindliche Systeme eindringen und so den Standort russischer Bediener aufdecken können.
Russland modernisiert unterdessen weiterhin seine Waffensysteme: Allein von Januar bis März dieses Jahres wurden über 10.500 Gleitbomben eingesetzt, viele davon modifizierte, ungelenkte Munition, die zu Präzisionswaffen umgebaut wurde. Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung der neuen Bombe „Drel“, die auf verbotenen Streumunitionselementen basiert.

