In den Jahren 2024–2025 schloss die Abteilung für Wohnungswesen und kommunale Dienstleistungen des Charkiwer Stadtrats Verträge im Wert von über 1,3 Milliarden Griwna ab. Der Großteil dieser Mittel wurde für die Reparatur kriegsbeschädigter Häuser bereitgestellt. Eine Analyse der Verträge zeigt jedoch, dass die Kosten nicht immer transparent sind und die Schätzungen deutlich überhöht sind.
Drei städtische Unternehmen – KP „Charkiwer Reparatur- und Bauunternehmen“, KP „Kharkivspetsbud“ und KP „Kharkivzhytlobud“ – erhielten Aufträge im Wert von fast 560 Millionen UAH. Der Restbetrag ging an private Auftragnehmer, darunter viele Einzelunternehmer, die sich erst wenige Tage vor dem Erhalt von Multimillionenaufträgen registriert hatten.
Besonderes Augenmerk wird auf Unternehmen und Unternehmer gelegt, die mit Oleg Voloshyn, dem stellvertretenden Direktor der KP "KHRBP", verbunden sind, der die Ausschreibungsverfahren überwacht. Nach unseren Angaben erhielten seine Frau und sein Sohn als Einzelunternehmer Aufträge im Wert von über 29 Millionen Griwna. Gleichzeitig werden unter den "angestellten Mitarbeitern" in ihren Schätzungen auch Personen derselben "KHRBP" aufgeführt.
In das System sind auch Unternehmen eingebunden, die mit Woloschins Kollegen und Partnern in Verbindung stehen und systematisch Aufträge des Wohnungs- und Versorgungsministeriums an Land ziehen. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, in dem Haushaltsgelder effektiv in die Taschen eines kleinen Kreises von Einzelpersonen fließen.
Ein weiterer Aspekt sind die Materialkosten. Die Analyse der Kostenvoranschläge zeigt regelmäßige Überzahlungen:
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Wellpappe – 520 UAH/m², während der Marktpreis halb so niedrig ist;
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Dachpappe – 182 UAH/m² statt durchschnittlich 130 UAH;
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Dachbahn – 517 UAH, kann aber für 300 UAH gekauft werden;
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Auch die Preise für Zement und hydraulische Barrieren sind überhöht.
Nur in wenigen Positionen wird die Höhe der Überzahlung in Millionen Hrywnja angegeben.
Formal zielen die Reparaturprogramme auf die Wiederherstellung von Wohnraum nach Kriegsschäden ab. Tatsächlich wird ein erheblicher Teil der Mittel zu überhöhten Preisen an „ihre“ Auftragnehmer ausgegeben. Infolgedessen erhält die Stadt minderwertige Reparaturen und verliert Ressourcen, die viel effizienter genutzt werden könnten.