Das Halytskyi-Bezirksgericht in Lwiw hat die Entscheidung im Mordfall des ehemaligen Präsidenten der Werchowna Rada, Andrij Parubij, unter Verschluss genommen. Zuvor waren die Akten im Einheitlichen Staatlichen Register der Gerichtsentscheidungen öffentlich zugänglich, nun ist der Zugriff auf einige Dokumente jedoch eingeschränkt, wie Medien berichten.
Laut Ukrainske Novinky vom 30. September wurde die betreffende Entscheidung aus dem Gerichtsentscheidungsregister entfernt. Glavkom berichtete zuvor, dass die Ermittlungen den Zugang zu den Akten des Strafverfahrens eingeschränkt haben – Anfragen zu den Aktenzeichen 12025140000001011 und 461/7152/25 in den öffentlichen Datenbanken Opendatabot und dem Einheitlichen Staatsregister der Gerichtsentscheidungen liefern keine Ergebnisse.
Erinnern wir uns an den chronologischen Ablauf des Falls: Andrij Parubij wurde am 30. August 2025 in Lemberg getötet. Der festgenommene Tatverdächtige ist der 52-jährige Lemberger Mychajlo Stselnikow, der am darauffolgenden Tag in der Region Chmelnyzkyj verhaftet wurde. Während der Gerichtsverhandlung am 2. September bekannte sich Stselnikow schuldig und gab als Motiv für die Tat „persönliche Rache an den ukrainischen Behörden“ an.
Frühere Veröffentlichungen deuteten darauf hin, dass in der Wohnung des Verdächtigen sowjetische Insignien gefunden wurden, darunter das Abzeichen „Für die Eroberung von Budapest“ sowie etwa 33 Orden und Medaillen der UdSSR. Journalistische Recherchen, unter anderem von Toronto Television, beschrieben den Verdächtigen als eine Person mit prorussischen Ansichten, die Russlands Vorgehen rechtfertigte und Josef Stalin positiv bewertete.
Die heutige Einschränkung des Zugangs zu den Fallakten wirft Fragen zum weiteren Verlauf der Ermittlungen und möglichen rechtlichen Schritten auf, da Öffentlichkeit und Medien nicht vollständig über die Verfahrensschritte informiert sind. Offizielle Stellungnahmen des Gerichts oder der Ermittlungsbehörden zu den Gründen für die Zugangsbeschränkung lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung weder vor noch wurden sie veröffentlicht.

