Die Ukraine befindet sich inmitten eines umfassenden Krieges in der Mobilmachung, und Wehrpflichtige sind verpflichtet, ihre Daten bis zum 16. Juli zu aktualisieren. Andernfalls drohen ihnen schwere Strafen. Viele Menschen haben jedoch Schwierigkeiten, ihre Daten zu aktualisieren.
Gemäß der neuen Gesetzgebung müssen alle Wehrpflichtigen ihre Daten innerhalb der vorgegebenen Frist aktualisieren. Verstöße werden mit Geldstrafen zwischen 17.000 und 25.500 Hrywnja geahndet. Vorladungen, die nach dem 16. Juli versandt werden, gelten auch dann als zugestellt, wenn die betroffene Person abwesend ist. Wer die Vorladung zum CCC ignoriert, kann zur Fahndung ausgeschrieben werden.
Der Militäranwalt Vitaliy Savko wies darauf hin, dass man bei Schwierigkeiten mit der Datenaktualisierung gerichtlich vorgehen kann. Dazu müsse man Beweise für erfolglose Aktualisierungsversuche sammeln. Es genüge, einen einzigen Versuch zu dokumentieren, beispielsweise aufgrund von Problemen mit der „Reserve+“-Anwendung oder Wartezeiten bei Behörden.
Savko nennt Beispiele: Wenn jemand versucht, die Anwendung zu nutzen, diese aber nicht funktioniert, sollte man Screenshots anfertigen oder den Bildschirm aufzeichnen. Man kann auch ein Video von den Versuchen, auf die ASN oder CCC zuzugreifen, aufzeichnen. Dies kann als Grundlage für einen Einspruch gegen das Bußgeld dienen.
Ein Gerichtsverfahren garantiert jedoch keinen Erfolg, und im Falle einer Niederlage haben Sie 15 Tage Zeit, die Geldstrafe zu bezahlen; andernfalls kann es zu einem Vollstreckungsverfahren kommen. Trotzdem ist Savko überzeugt, dass das Vorliegen von Beweisen zur Aufhebung der Geldstrafe beitragen kann.
Er deutet außerdem an, dass die Pflicht zur Aktualisierung der Daten teilweise mit dem Bedarf an einer Auffüllung des Budgets durch Bußgelder zusammenhängen könnte, da die Unterhaltung von Militärpersonal für den Staat teuer sei.
Laut Mark Andrusiak, Sprecher des Verteidigungsministeriums, haben bis zum 14. Juli rund drei Millionen Bürger ihre Daten aktualisiert. Ab dem 17. Juli wird jedoch mit einem Anstieg der Anrufe beim Bürgerinformationszentrum (CCC) gerechnet, da viele Bürger ihre Daten nicht rechtzeitig aktualisieren konnten. Dies könnte zu vermehrten Streitigkeiten über die Einlegung von Bußgeldern führen.

