Mitarbeiter des Staatlichen Ermittlungsbüros haben gemeinsam mit der Abteilung für Strategische Ermittlungen der Nationalpolizei und der Abteilung für Innere Sicherheit des Staatlichen Strafvollzugsdienstes der Ukraine ein groß angelegtes Bestechungssystem im Bewährungssystem aufgedeckt.
Den Ermittlungen zufolge wurde das kriminelle Netzwerk vom Direktor der Zentralen Staatlichen Bewährungshilfebehörde der Ukraine organisiert. Er baute über die Leiter der regionalen Niederlassungen ein System illegaler Bereicherung auf.
Das System wurde in der Region Lwiw dokumentiert. Der Leiter der örtlichen Niederlassung sammelte Geld von seinen Untergebenen und schickte es in Kaffeekartons in die Hauptstadt. Der sogenannte „Lwiw-Kaffee“ traf per Post ein.
Um das System der „Schutzgelderhebung“ auszuweiten, wurden fünf weitere Leiter von Bezirksbewährungsämtern einbezogen. Sie zwangen Angestellte unter Androhung von Gehaltskürzungen oder anderen Sanktionen, einen Teil ihrer Boni abzugeben. Allein in der Region Lwiw wurde der Erhalt von mehr als 75.000 Hrywnja an illegalen Leistungen über mehrere Monate dokumentiert.
Derzeit wird geprüft, ob ein ähnliches System auch in anderen Regionen der Ukraine existierte.
Der Direktor der Zentralbehörde und der Leiter der Lwiwer Zweigstelle wurden wegen des Verdachts der wiederholten, durch vorherige Absprache und Erpressung verbundenen unrechtmäßigen Bereicherung durch einen Amtsträger in verantwortungsvoller Position angezeigt. Das Verhalten der Leiter der Bezirksabteilungen wird als Beihilfe gewertet.
Im Rahmen der Ermittlungen wurden über 30 Durchsuchungen durchgeführt. Beim Direktor der staatlichen Einrichtung wurden Gelder beschlagnahmt, die bereits als per Post versandtes Bestechungsgeld identifiziert worden waren.

