In Kiew-Otradny ist ein großflächiger Ausbruch von Hepatitis A aufgetreten. Bis zum Morgen des 16. Mai waren bereits 65 Menschen erkrankt, darunter 31 Kinder. Alle Schüler der Schulen im Bezirk wurden auf Fernunterricht umgestellt. Die Infektionsquelle ist noch unbekannt.
Dies gab Natalia Gunchenko, stellvertretende Generaldirektorin des Kiewer Zentrums für Krankheitskontrolle und -prävention, im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt.
Laut Gunchenko war das Viertel Vidradnyi im Bezirk Solomyanskyi das Epizentrum des Ausbruchs. Die Krankheit betraf Kinder und Erwachsene gleichermaßen, wobei junge Menschen die Hauptrisikogruppe darstellten. Ältere Menschen waren in der Regel bereits immun, da sie Hepatitis A schon einmal hatten.
Es gibt keine spezifische Behandlung für Hepatitis A – die einzige wirksame Vorbeugungsmethode ist die Impfung. Diese Impfung ist jedoch nicht verpflichtend und muss selbst bezahlt werden.
Bis zum 10. Mai wurden 330 Personen, hauptsächlich Kinder, geimpft. Die Impfung kostet für Erwachsene 1.080 UAH und für Kinder 820 UAH. Eine Auffrischungsimpfung wird nach 6 Monaten empfohlen, ist aber auch innerhalb von 5 Jahren möglich.
Experten haben die Infektionsquelle noch nicht identifiziert. Aufgrund der langen Inkubationszeit des Virus – bis zu 50 Tage – umfasst die Studie die Ereignisse der letzten zwei Monate. Im Rahmen der Untersuchung werden Proben aus Pumpenräumen, Wasserreservoirs und dem zentralen Wasserversorgungsnetz entnommen. Auch Schulkinder und Jugendliche werden massenhaft getestet.
„Wir entdecken jeden Tag etwas Neues. Es geht um retrospektive Studien – um herauszufinden, was vor zwei Monaten passiert ist“, erklärte Natalia Hunchenko.
Alle Schülerinnen und Schüler der Schulen im Bezirk Otradny wurden auf Fernunterricht umgestellt. Diese Maßnahme wurde ergriffen, um das Risiko einer Infektionsübertragung bei direktem Kontakt zu verringern.
Ärzte weisen darauf hin, dass die Situation zwar alarmierend, aber kein Einzelfall ist. Hepatitis A verläuft zyklisch: Perioden erhöhter Inzidenz wiederholen sich in der Regel alle 7–8 Jahre.
„Letztes Jahr wurden 2-3 Fälle registriert. Der aktuelle Ausbruch ist ein weiterer Zyklus. Hepatitis A existiert schon immer, nur manchmal vergessen die Leute sie“, bemerkte Hunchenko.
Die Untersuchung dauert an. Ärzte appellieren an die Eltern, auf die Symptome ihrer Kinder zu achten, auf gute Hygiene zu achten, kein Rohwasser zu trinken und ihre Kinder nach Möglichkeit impfen zu lassen.

