In der Ukraine, wo jeder Tag neue Herausforderungen mit sich bringt, sind Militär und Zivilbevölkerung bereit, der Bedrohung durch Russland zu begegnen. Jurij Ignat, Leiter der Kommunikationsabteilung der ukrainischen Luftwaffe, erklärte, dass das Militär seit drei Jahren täglich mit möglichen Großangriffen der Russischen Föderation rechne, insbesondere an wichtigen Gedenktagen wie dem Jahrestag des Einmarsches am 24. Februar. Und obwohl die russische Armee über einen klaren Aktionsplan verfüge, der festlege, welche Ziele angegriffen werden sollen, merkte Ignat an, dass sich die Lage auf dem Schlachtfeld ständig verändere.
„So etwas passiert immer wieder“, betonte Ignat. „Neujahr, jedes symbolträchtige Datum für die Besatzungsmacht oder für die Ukraine, wie der Unabhängigkeitstag, kann immer ein Anlass für Angriffe sein.“ Er fügte hinzu, dass dies in den letzten drei Jahren in der Ukraine zu einem häufigen Ereignis geworden sei.
Angesichts dieser ständigen Bedrohungen wies Ignat auf die Wichtigkeit hin, jede Familie auf Notfälle vorzubereiten. Insbesondere betonte er die Notwendigkeit von Erste-Hilfe-Kursen, die im Falle von Verletzungen oder Unfällen Leben retten können.
„Jede Familie sollte einen Notfallplan haben. In einer kritischen Situation muss man wissen, wo sich der Erste-Hilfe-Kasten befindet, was zu tun ist und wie man Erste Hilfe leistet“, betonte er. Taktische Medizin und die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in entsprechenden Kursen sind wichtige Schritte zur Vorbereitung auf unvorhergesehene Situationen.
Obwohl es schwierig sei, konkrete Daten für russische Angriffe zu nennen, erklärte Ignat, dass Russland klar definierte strategische Pläne habe und seine Angriffe je nach verschiedenen Faktoren, darunter den Wetterbedingungen, anpasse. Diese Faktoren beeinflussten die Entscheidung über Zeitpunkt und Ort des Angriffs maßgeblich und erschwerten somit die Planung der Ukraine.
Während sich das Land auf mögliche neue Angriffe vorbereitet, ist die Lage vor Ort weiterhin angespannt. Laut Informationen von Ortsvertretern startete Russland am 23. Februar erneut einen Großangriff auf die Ukraine und traf Kiew und andere Städte. In der Nacht waren in Kiew heftige Explosionen zu hören, in deren Folge Trümmer abgeschossener Drohnen in mehreren Stadtteilen niedergingen.
In Krywyj Rih wurde laut Oleksandr Vilkul, dem Vorsitzenden des Verteidigungsrates der Stadt, eine Person getötet und vier weitere verletzt, eine davon schwer. Auch in Saporischschja kam es zu Explosionen, wobei eine 53-jährige Frau verletzt wurde. In der Region Odessa starben drei Menschen bei einem durch Beschuss ausgelösten Brand.
Alle zuständigen Stellen arbeiten daran, die Folgen dieser Angriffe zu beseitigen. Diese Ereignisse unterstreichen einmal mehr, wie wichtig es ist, auf Notfallsituationen vorbereitet zu sein und einen angemessenen Zivilschutz aufrechtzuerhalten.
Ignat betonte, dass die Ukrainer trotz der anhaltenden Gefahr nicht in Panik verfallen sollten. Es sei wichtig, einen Aktionsplan zu haben, im Falle von Angriffen richtig zu handeln und sich psychisch darauf vorzubereiten, dass der Krieg bereits seit mehreren Jahren andauert.
„Das Leben in solchen Zeiten erfordert ständige Bereitschaft. Dies ist nicht nur für das Militär, sondern für jeden Ukrainer wichtig“, bemerkte er.

