Die Ukraine bereitet eine Rentenreform vor, deren erste Phase noch in diesem oder im nächsten Jahr beginnen könnte. Insgesamt werde eine vollständige Überarbeitung des Rentensystems etwa 13 Jahre dauern, so Sozialminister Denys Ulyutin.
Seinen Angaben zufolge wird das Land ohne Reformen unweigerlich vor dem Zusammenbruch des Rentensystems stehen. Gleichzeitig bietet sich dank der hohen Einnahmen aus der Einheitlichen Sozialversicherung (SSC) des Militärpersonals derzeit ein finanzielles Zeitfenster für den Beginn von Reformen.
Hauptziel der Reform ist die Erhöhung der Zahlungen im solidarischen Rentensystem. „Unser Vorschlag lautet, dass niemand weniger als 6.000 Euro erhalten wird“, betonte der Minister gegenüber RBC-Ukraine.
Das Ministerium für Sozialpolitik hat die Finanzmittel für 2026 bereits berechnet und hält sie für ausreichend, um Reformen einzuleiten. Derzeit laufen Konsultationen mit dem Finanzministerium, das auf detaillierteren Berechnungen unter verschiedenen Szenarien und für jeden Rentner einzeln besteht.
Laut Ulyutin weist der Pensionsfonds kein Defizit mehr auf, was durch hohe Beiträge des Militärs zur Sozialversicherung ermöglicht wurde. Die Renten werden ohne zusätzliche Mittel aus dem Staatshaushalt ausgezahlt, und die Haushaltsmittel fließen hauptsächlich in Sonderpensionen.
Im Zuge der Angleichung des Solidaritätssystems werden die Sonderrenten nicht gekürzt, sondern ihr Anstieg begrenzt. Eine Mindestrente von 6.000 Hrywnja verringert den Bedarf der Rentner an zusätzlicher Sozialhilfe, einschließlich Zuschüssen, und verbessert ihren Lebensstandard deutlich.
Die Reform betrifft vor allem das Solidaritätssystem. Die größten Rentenerhöhungen werden voraussichtlich Staatsbedienstete und Bürger mit langjährigem Niedrigeinkommen betreffen – etwa ein Drittel aller Rentner. Laut Regierungsplan wird das Rentensystem künftig dreistufig statt einstufig sein.

